Sonntag, 4. November 2012

Hoffentlich morgen

Oh,oh, leider hatte die liebe Seele noch keine Ruh'. Wie schade. Ich will jetzt nicht meine Krankengeschichte ausbreiten, das interessiert niemanden und ist auch nicht angebracht. Das würde noch mehr nerven als es dieses Blog jeden Leser wahrscheinlich ohnehin schon tut...
Aber es ging heute nicht. 
Bei mir bringt es gar nichts, den inneren Aufruhr zu unterdrücken. Es muss alles raus und auf den Tisch und dann angeguckt werden. Glaubt mir das einer?: Ich wär viel lieber gegangen.
Um 21 Uhr im Bett gewesen, ab 2 Uhr nachts wach mit Schmerzen. So weit so schlecht.
Ich komme mir vor wie eine Memme. Du hältst aber auch gar nichts mehr aus.
Jahrzehntelang konnte ich einfach reinklotzen und es ging, irgendwie. Man denkt, das geht immer so weiter.
Die ersten zarten Anzeichen kamen so Anfang Mitte der Fünfziger. Plötzlich dauerte es länger, bis die Kräfte nach einer Anstrengung wieder da waren. Plötzlich wurde der Schlaf prekärer, gefährdeter und ein guter Schlaf mehr abhängig von unterstützenden Faktoren als vorher.  Der nächste Tag begann am Abend vorher. Wenn man mal zu tief ins Glas geschaut hatte am Abend, riss einem das am nächsten Morgen den Boden unter den Füßen weg.
Übrigens habe ich gestern nicht zu tief ins Glas geschaut...
Alles Phänomene, die man als junger Mensch nicht für möglich hält, denn man halluziniert, man könne immer über diese Kräfte verfügen, die man jetzt in sich spürt.

Dazu kommt die Verschärfung der Arbeitswelt, Intensivierung, Aufgabenausdehnung aus Kostengründen. Da man quasi unkündbar ist, was in diesen Zeiten nicht zu überschätzen ist - aber deshalb bin ich nicht Lehrerin geworden, man glaube mir das bitte! - ist man Adressat für alle möglichen Aufgaben, die vorher andere und auch andere Ämter erfüllten. Man darf noch nicht mal streiken. Obwohl mich das nicht kümmern würde. Man braucht dazu aber ein paar Leute.

Aus diesen Gründen, weil unsere Gewerkschaft auf mich wirkte wie eingeschlafene - oder schon abgestorbene?? - Füße, bin ich da nach 35 Jahren ausgetreten.
Eine Berufshaftpflichtversicherung kann man auch anderswo haben.

Und dann treten die, wenn sie z.B. jahrzehntelang die GEW geführt haben, ans andere Ufer über und belästigen uns als Landesschulamtsgrößen mit den krassesten Sachen, gegen die sie vorher gekämpft haben würden.
Für sowas habe ich nur Verachtung übrig. 

Hoffentlich kann ich morgen den Faden wieder aufnehmen.


Ruhe nach dem Sturm Teil 2


Das war ein tolles Mittagessen! Mann bekam Rosenkohl, ich eine Mischung aus Aubergine, Zwiebel, Paprika und Tomaten. Rosenkohl ist für mich unessbar, aber der war so gut, dass ich dann doch fast hätte mittun können.

Von den gekauften Errungenschaften war ich dann so begeistert, dass ich komplett die Bratstücke aus Tofu vergaß, die eigentlich das Ganze noch hätten abrunden sollen. Doch haben sie beim Essen nicht gefehlt. Ich bilde mir ein, man merkte, wie energiereich dieses Gemüse war, so, als hätten es die Verkäufer gerade vorher aus dem Garten gepflückt...

Es gibt neuerdings einen Samstagsmarkt am Südstern. Dort waren unter anderen drei Bauern und verkauften ihre Erzeugnisse. Ich ging weg mit einem halben Einkaufsrolli voller Gemüse und Salat und keinem Fitzelchen Plastik!!!

Was man beim Edeka an Plastik mitkauft, wenn man Bio-Gemüse ersteht, ist un-mög-lich! Und dieser Reichtum! Ich darf mit Ausrufezeichen nicht sparen. Mein Gott, dachte ich, was sind wir für ein reiches Land! Welche Auswahl an superguten Früchten es gibt!

Ja, sagte eine Stimme in mir - wenn Du das Geld hast! Stimmt. Aber wenn ich für 24 Teuro Gemüse kaufe und kein Fleisch, keinen Fisch, keine Milch und nix von dem Zeuch, dann habe ich tagelang zu essen für das Geld. Ist das denn teuer?

Ich schweife ab.

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Noch sind nicht alle Aspekte ausgelotet. Erst dann kommt es in mir zur Ruhe. Als ich meine Lehrerprüfung machte, wurde die eine Stunde von der Planung her mit "4" beurteilt, weil ich sie aber in Grund und Boden analysierte, bekam ich dann noch eine gute "2". Sie sagten, das hätten sie noch nicht erlebt, dass jemand alles von selber sagt, was sie sich notiert hatten.

Mir hat das gepasst. Ich hatte meine Zweien, und als sie sagten, sie wollten mich jetzt noch mündlich prüfen, die schriftliche Arbeit war "Sehr Gut" gewesen, so hätte ich noch eine Chance auf eine "1", da habe ich mich artig bedankt und gesagt, es reiche mir völlig aus, ich möchte jetzt gehen.

Draußen ging die Tür nochmal auf, wo sie alle drin saßen und einer kam raus und sagte: "Wo ist denn der Sekt?" "Welcher Sekt", fragte ich und verschwand. Ist ja klar, warum aus mir nichts geworden ist.  ; )

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Ach ja, das brennt mir noch auf der Seele: Schon wieder die Sache mit dem Personal. 

Die Schule hat sich ein Ritual gegeben, das sie Lesefest nennt. Sie hat die am meisten gelobteste Bücherei in der Stadt. Dem möchte ich meine Anerkennung nicht versagen.

Jetzt steht die Sache wieder an und die Frage:"Was machst Du?" Da ich, was Wagnisse angeht, eher ein gebranntes Kind bin, hätte ich gesagt: "O.K., gute Gelegenheit, den Klasseneltern Referate zur Klassenfahrt zu präsentieren und noch ein paar Highlights und wenn jemand Fremdes dazukommen möchte, draußen steht an der Tür: Ihr dürft auch reinkommen."

So etwas ist überschaubar und - sicher!  Man übt dort, wo auch der Rest der Klasse sich tummelt.

Hier war das anders. Die Höhle war im Keller. Die Hälfte bis drei Viertel der Klasse oben. Und ich ständig mit einem Bein im Gefängnis. Weil ich über die Gabe der Bilokation leider nicht verfüge...

Da lag der Hund begraben. Zwei Gruppen beaufsichtigen und von der einen vier Stockwerke getrennt sein. Meine Horrorvorstellung: Einer hat ein ausgelaufenes Auge, wenn ich wiederkomme. Das ist nicht lustig.

Vielleicht hält sich meine Freude über Horrorfilme als Unterhaltung für jung und alt deswegen in starken Grenzen, weil ich beruflich schon über so viel potenziellen Horror verfüge, wie es mir schon gar nicht mehr gut tut.

Erzieherin krank, kein Ersatz. Förderlehrerinnen in ihren eigenen Klassen, keine Chance. Das hätte ich alles vorher bedenken müssen.
So hatte ich ganz schön oft Nervenflattern.

Das ist auch ein Grund, warum ich schreibe: Es gibt Leute, die wünschen einem beim Abschied zur Klassenfahrt: "Guten Urlaub!" In echt. Ich könnte sie auf der Stelle ermorden.

Sichtbarkeit.

Für Interessierte soll sichtbar werden, wie fast unmöglich unter den vorhandenen Bedingungen, und dazu gehört auch unser generelles Alter, guter Unterricht ist. Wenn dann mal etwas gelingt, dann möchte ich zeigen, mit wieviel Wagnis, Einsatz  und Dienst oberhalb der Vorschrift das verbunden ist.

Hier war es der erhöhte Verletzungsaspekt. Wenn ich meinen eigenen Kriterien zur Sicherheit Genüge getan hätte, hätte ich oben bleiben müssen.

Auch habe ich lange mit den eigenen Kindern geprobt - dann sind weniger oben allein in der Klasse!  Da hat man nervlich ganz schön zugezahlt.

Das zweite: Es war Klassenlehrerunterricht, in den Klassen 5 und 6 von der 1. bis zur 5. einschließlich. Ich wollte aber nur noch pro Tag 4 Stunden unterrichten. Neese. Nada. Nix.

Wir hatten beim Lesefest eine ganze Menge Eltern da von denen, die wir uns wünschen. Ist das schon wieder rassistisch? Wenn ich das so sage?

Was wir zu dem Punkt anfangs des Schuljahres erlebten, getraute ich mich ja nicht zu berichten...Es stand ja auch in allen Zeitungen, und interessant war immer, dass die Leserkommentare dort vielfach versöhnlicher und anerkennender waren als die Artikel, die den Thrill mit uns als den Bösen hochschrieben.

Da war sogar das Wort "bildungsfern" als rassistisches Schimpfwort geführt...
Oho - wenn das Wort rassistisch ist, wie nennt man dann die Fakten, die davon benannt werden?

Die Zustände in unserer Stadt sind wirklich nicht mehr witzig.
Ich lese, was in der Stadt passiert. Die Gewalt, das Tottreten von harmlosen Menschen, die nachts unterwegs sind. Ich lese, die Täter sind ab dem Kindergarten schon aufgefallen.

Was mache ich mit A.? Der IMMER irgendwen am Wickel hat, den er beleidigt, kränkt, schlägt....Wieso denke ich mich jetzt sechs Jahre weiter und denke, ich lese Zeitung und ich lese von ihm und ich lese: Warum hat die Schule damals nichts getan????

Ich werde mich mit dem Jugendamt in Verbindung setzen. Es müssen mal alle an einen Tisch. Als ich den letzten Brief schrieb, als Einschreiben gesendet, da hatte Mutter ihn noch nicht einmal von der Post abgeholt.....Es war auch beim Lesefest von seiner Familie niemand da.

Auf der einen Seite sieht man das Kind. Es hat mehrere Seiten, auch sehr liebenswerte Seiten. Auf der anderen Seite denkt man an die Opfer. A. mit seinen Kumpels hat seit der Vorschulzeit immer seine Opfer gehabt. Zwei davon haben die Klasse verlassen, obwohl ich hinterher war wie ein Luchs. Irgendwann waren die Eltern so vergrätzt, dass sie mir auch die Vorwürfe machten.
Ich kann aber nicht zaubern. Das ist ein riesiger Misserfolg und sehr sehr traurig. Das waren sehr nette Kinder.

Als die beiden weg waren, suchte er sich Opfer Nr. 3 in der Klasse aus und verfolgte es bis nach Hause. Das habe ich unterbunden. Nun ist es schon der 2. Fall, dass er in anderen Klassen weiter macht. Gleichzeitig hat er monatelang in der Klasse viele Kinder  gehauen.
Man sieht die übergreifende Tendenz.

Für eine Grundschule ist es SEHR schwer, jemanden auszuschließen. Sehr schwer und fast unmöglich. Wir haben das einmal geschafft.

Im Grunde ist es das Richtige. Es geht nicht an, dass die Opfer weichen. Die Täter müssen der Schule verwiesen werden.

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Wieder wird es unglaublich viel Arbeit sein, etwas klar zu machen. Ich werde morgen als erstes mit dem Jungen, der das von A. erdulden musste, sprechen. Allein.

Uuuuuuuund .... was macht der Lehrplan so????

Frage ich mich selbst, wenn ich diese To-do-Liste lese. Fühle mich wie die Sozialarbeiterin, die ich nicht bin. Und vom Senat und vom Bezirk sehr, sehr alleingelassen.

Es ist, wie Adorno/Horkheimer in "Elemente des Antisemitismus" sagen: Der Antisemit/der mit den Ressentiments/der Quäler ist das Problem. Er hat eine psychische Struktur, die ihn sich nur spüren lässt, wenn er jemand Anderen herabsetzen, ihm Leid zufügen und ihm seine Macht und dem anderen die Ohnmacht andemonstrieren kann. Es ist nicht das Opfer. Das Opfer fragt sich: "Warum ich?" Doch: Die Auswahl des Opfers geschieht zufällig. Das Problem ist die psychische Verfasstheit der Täter - die sich selbst sehr gern und oft als Opfer gerieren! Das kennen wir auch alle.

"Haltet den Dieb!" schreit der Dieb. Das funktioniert sehr gut.

Wie, wenn das weiße iPhone auch eine Machtdemonstration ist? So wie der dicke BMW, wenn man größer ist?

Wofür im Leben soll er sich noch anstrengen, wenn er jetzt schon, mit elf Jahren, ein iPhone hinten reingeschoben bekommt?

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Ist es nicht furchtbar, dass mit die häufigsten Schimpfwörter in der Schule "Du Opfer!" und "Du Jude!" sind???? Neben "Schlampe", "Hure", "Hurensohn" "Ich fick Deine Mutter!" Höre ich leider TÄGLICH - ohne dass mir einer Schmerzensgeld zahlte. Nein, ich bin nicht gemeint. ich höre es ständg und gehe immer dazwischen.

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Ach, und M. Er hat es am Freitag nicht ins Robert-Koch-Gymnasium geschafft zu 7 Uhr 45, um dort ein paar Stunden zu hospitieren! Ich wollte es nicht glauben. Nein, ich habe keinen Stadtplan mit genauer Beschreibung mitgeschickt, ich habe gewollt, dass sie sich den Weg selbst suchen und dass er es aus eigener Kraft dorthin schafft.

Wenn es um irgendetwas geht, was den Familien wichtig ist, sind sie sooo schlau. Das hier hätte man schaffen müssen.

Ich sagte schon vorher zu ihm: "Ich will am Montag keinen Zettel von der Mama haben, dass Du Bauchweh hattest." Das hatten wir schon mal, nach dem ***fest. "Dass Du nicht zu Robert-Koch gegangen bist und aber auch nicht zu uns. Klar?" Klar.

Am Morgen wollte mich die Mama sprechen. Sie würden dorthin zum Tag der Offenen Tür gehen. Er hat die Mama vorgeschickt.

Als ob das das Selbe wäre. Sie wissen nicht, dass es nicht dasselbe ist. Das hier wäre ein intensiver Inneneindruck gewesen. Ich hatte drei Kinder vorbereitet, Brief mit nach Hause, Fax an Robert-Koch, und dann geht der da nicht hin...

Hey, dann reiße ich mir auch kein Bein mehr aus. Innerhalb Kreuzbergs kann man ja wohl eine Schule finden, wenn da die Adresse steht. Und pünktlich hinkommen. Wenn einer Familie das nicht gelingt, was soll man dazu sagen?

M. sagt: "Mein Freund hat gesagt, es ist Wandertag. Alle sind weg."  Er bekommt einen offiziellen Zettel in Kopie von der Schule und sein Freund hat gesagt. Na, der muss es ja wissen.

Oder - hat er sich nicht hingetraut???? Wäre DAS auch möglich?? Er hätte doch mit den anderen beiden sich verabreden können. (Die beiden hatten aber auch schon sehr viel unter ihm zu leiden, also geht das auch nicht.)

Ich bin gespannt, was sie morgen von ihrem Besuch bei Robert-Koch erzählen.

In der Schule liegt noch ein Zettel, da konnte man sich eintragen, wenn man die Höhle besuchen will und am Freitag nicht "rankam". Da werden wir noch einige Führungen haben. Ich freu mich drauf!

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Jetzt hat die liebe Seele Ruh' (sagte meine Mutter oft).


Ruhe nach dem Sturm Teil 1

Wo fang ich an? Was will ich überhaupt mit diesem weißen Blatt? Nicht will ich alles hochloben, nicht Nestbeschmutzerin sein. Wie komme ich durch die Skylla des Schönens, falle aber der Charybdis des hemmungslosen Zeihens nicht zum Opfer?

Kein Weg, bevor man ihn nicht geht. Die Idee war gut. Sie hat mich sofort mitgenommen und nicht mehr losgelassen. Später fielen mir vor der Entscheidung ungefragte Fragen wie Wer? Macht? Was? Und? Wann? schwer auf die Füße. 

Bin mal wieder viel zu emotional an die Sache herangegangen, so wie ein Trüffelschwein, das Witterung aufnimmt und nicht mehr anders kann. Habe Zorn entwickelt und Wut und am meisten auf mich selbst, dass ich gleich zugestimmt hatte in meiner Begeisterung. Be-Geist-erung.

Von dem Projekt erhoffte ich mir Belebung, mehr Sauerstoff in der pädagogischen Luft. Mein Zeitmanagement, so nennt man das wohl heute, ist völlig zerplatzt, und deshalb galten die allerschwersten und -heftigsten Vorwürfe mir selbst und warum ich dieses Baby nicht mehr gehätschelt habe.

Doch.

Es ist, wie es immer ist: Bleibt man auf seiner Bahn, auf vorher gelegten Schienen, macht man keine neuen, keine guten, keine schlechten, jedenfalls keine Erfahrungen.

Erfahrung ist etwas Neues, etwas, das verändert. Ganz anders als Erlebnis, worauf heute alle aus sind, wo einem schon die drögesten Dinge wie etwa Einkaufen als Erlebnis vorgegaukelt werden. Ich hab's mehr mit dem Begriff der Er-FAHR-ung. Es kommt vom Seefahren, wo man auch aufs Unbekannte hin ausfährt.
Stichwort Odysseus. Es lässt einen anders zurückkommen.

Dieses erhoffte ich mir....Raus aus dem Einerlei, Frischluft von außen, aus der Teamarbeit. Neue Impulse aufnehmen, den Zustand pädagogischen Scheintodseins überwinden und was noch mehr.

Warum gibt es keine Mitte? Warum ist alles immer so extrem? Extrem langweilig oder extrem vollgepackt mit Arbeit, so dass alles Andere, was auch noch wichtig ist, die Kante kriegt?

Doch. Mein Mann wird mich dafür nicht mögen, weil er fürchterlich vernachlässigt wurde, aber. Es war schön. Ich werde was gutmachen müssen, war soo kaputt die Tage. 

Es war vom Ergebnis her gut so, wie es geworden ist. Ich hatte ein wenig gemeinsames berufliches Tun, bis, ja bis Lars dann krank wurde und aus der Nebenperson, die eigentlich nur für die Texte sorgen wollte das unverzichtbare Standbein wurde, das, da nur noch es selbst vorhanden ist, seinerseits, egal, wie es ihm geht, nicht mehr sagen kann:"Nee, ich fehle jetzt, macht mal allein weiter..."

Lars war krank, man sah es ihm an, er kam in der Woche großenteils trotzdem. Ich fühlte mich nicht gesund, ich kam auch. Schwer trug ich an der Verantwortung für die Durchführung als letzte, alleinige erwachsene Person. Weil ich mich nicht so gern so sichtbar exponiere. Wenn ich gewusst hätte, dass ich das allein durchführen würde, hätte ich nicht im Traum daran gedacht, mich zu beteiligen. Es war dadurch einfach nicht mehr eine für mich so passende Situation. Trotz dem. Man rutscht manchmal da hinein, hat Probleme damit, man geht damit um, und es wird trotz allem gut.

Ich denke mir, wie ist das bei einer Firma, die  alles in Teamarbeit herstellt? Was sind da die Probleme und - ist das nicht auch sehr beflügelnd, wenn es klappt, auch atmoshärisch und vom Ergebnis her? Das ist bestimmt eine sehr schöne Sache, so zu arbeiten...

Vor Theaterleuten habe ich die volle Hochachtung. Sie sind krank und stehen trotzdem oft bei den Aufführungen da und machen das. Diese Disziplin!!! Das ist anders beim Kino. Schon von daher flößt mir Theater großen Respekt ein.

Lars brachte tolle Ideen ein, für die ich ihn beneide, den Namen der Höhle, die Idee überhaupt, die Overhead-Projektion der Tropfsteinhöhle, er brachte aus einer Stoffgeschäft-Auflösung irre Mengen von Stoffen mit, ich den Tacker und eine Million Tackerklammern.

Stunden um Stunden in dem stickigen Tunnel, bis alles angetackert war. Er oben die Netze angebracht und den kurzen Gang mit gerollten Turnmatten und anderen verkleideten Raumteilern so gestaltet, dass es wie ein kurzweiliger Spaziergang in einer verschlungenen Höhle wirkte. 

Er mit den Kindern diese schönen 3D-Reliefs und Gipssaurier in Rötel- und Kohlefarben hergestellt.

Wir schrieben Texte. Die Texte aber, mit denen hatte ich Probleme, das raubte mir den Schlaf. Die Texte waren keine Führung.

Also schrieb ich einen Führungstext. Aber das war doof. Das war doch mein Text. Nur hatten die Kinder keine Ahnung von einer Führung. Sie hatten schon ein paar Museumsführungen mitgemacht, aber nicht auf das Phänomen der Führung ihr Augenmerk gerichtet.

Wir saßen im Kreis, ich erzählte, dass es mir den Schlaf raubte und das ganze Problem. Wir lasen vor und besprachen, was wir machen wollten. So kürzten wir den Führungstext erheblich und nahmen ihn als Rahmen.
Cherry kam dann noch mit einem eigenen Führungstext, doch das war, nachdem alles eigentlich schon zusammenkombiniert war. Ich wollte nicht noch mehr Stunden abends am Rechner verbringen um das alles nochmal neu zusammenzukompilieren.

Lars meinte, die Geschichte von Dickerchen und Antonia, ob das wohl ginge?
Hey, das war meine Lieblingsgeschichte, es war die, wo die Zuhörer lachten.
Ich war voll dafür, dass Dickerchen dabei blieb, das war das dadaistische Element, schnörkellos, kurz und klar. Mein Favorit.

Wir sollten noch etwas erklären? Was denn? Wir hatten doch zu Anfang gesagt: WARUM malten die Menschen wohl auf Höhlenwände? Vermutlich brachten sie ihre Wünsche und Hoffnungen etc. da drauf. Das war eine Erklärung, und die trug für mich, wenn die Texte jetzt sehr individuell werden sollten. Was sie dann doch nicht so sehr waren...

Blöd gesprochen und sehr unpassend, ich weiß: Aber Shakespeare fängt doch auch nicht vorher an, den Hamlet zu erklären. Man muss es nehmen, wie es ist. Es ist eine Welt für sich und muss sich nicht erklären. Es vermittelt sich oder nicht, das ist das Risiko.

Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, hätten wir an dem Phänomen "Führung" literarisch mehr arbeiten können und noch viel coolere, knackigere Texte schreiben können. Doch alles war eigentlich zuviel. So musste es bleiben, wie es war.

In Zukunft: VIEL VIEL früher beginnen, denn alles dauert länger als gedacht.

Dann probten wir mit Kindern aus anderen Klassen als Publikum. Wollen wir ein paar Texte weglassen? NEIN, sagten die Führungskinder und ihr Publikum. Hmm.

Lichtblick: A. hat mit Hans eine Führung gemacht. Geübt vorher so fleißig und die Geschichte durchgezogen, obwohl er sicher mordsmäßig aufgeregt war. Dafür hab ich nur noch bewundernde Worte..................................................

Und. Dann. Kam. Die. Andere. Mutter. Und sagte, A. hat ihren Sohn geschlagen, sie war sooo sauer, mit Recht. Schon wieder. Mensch. Die anderen Sachen, die er mit gewalttätigem Verhalten zu laufen hatte, liegen noch auf Eis. 

Das zog runter vom pädagogischen Olymp und ließ mich richtig in die nächste Matschpfütze krachen. Ich steckte es mal weg, es war ganz am Anfang des Festes. Behielt es bei mir.

Dann fuchtelte er am Stand mit dem weißen iPhone rum, so dass es jeder sehen sollte. BlingBling. Ich finde, elfjährige Kinder müssen kein iPhone besitzen.

Hey, das kostet Hunderte Euro und noch dazu jeden Monat 30 bis 50!!! Wie war das noch mit Bücher bezahlen oder der Klassenfahrt? 

Ich kriege den Zorn. Ach, der Papa, den er immer vermied, der nicht mehr bei der Familie leben darf, weil...., der hat es ihm geschenkt? Sie haben es ihm schenken lassen? Mit dem monatlichen Support dazu?? 
Oder geht es auch UNTER UMSTÄNDEN ohne??? Ich will mal zu der Telekom und fragen. Ich bin in diesen Sachen jetzt aber sooo ein neugieriger Mensch.

Mich stört es, wenn unser Staat, und das sind die hart arbeitenden kleinen, fleißigen Steuerzahler, für den Unterhalt bezahlt, und die Leute haben dann so Prestigesachen wie iPhone und fette Autos und könnten mit dem Geld doch ihren Unterhalt besser bestreiten. Ich meine, verachten die uns dann nicht, dass wir uns für alles so krummlegen? Sind wir für sie nicht die Blöden?

Es stört mich nicht, wenn jemand bedürftig ist und bekommt Hilfen, das stört mich überhaupt nicht, das freut mich. 

Aber A. hat damals Kinder beschimpft und gekränkt, weil sie einfache Telefone hatten und nun fuchtelt er mit dem weißen iPhone rum...Wieso eigentlich weiß?

Ist doch gar keine coole Männerfarbe, oder? Ich sah schon öfter auf der Straße  Männer, so richtige Schränke, mit einem WEIßEN iPhone rumhantieren und dachte immer: Eh, das ist doch WEIBERKRAM, - oder - ist das etwa----??? 

Darf ich hierüber überhaupt so schreiben oder verstoße ich gegen ein Tabu? Bestimmt. Ich tu es trotzdem. Sprache ist dazu da, Sachverhalte zu beschreiben und es gibt so Sachverhalte, die sehe ich, die kommen mir seltsam vor und ich will darüber sprechen können.

Stopstopstop. Die Stimmung beginnt zu sinken, alles kommt in so ein Zwielicht, ich will das an diesem Freitagnachmittag nicht. Nicht jetzt. A.s Leistung bleibt eine Superleistung. Dass er sich der Situation aussetzte mit dem Lesen, von dem er immer sagt, dass er es hasst. Sich dem möglichen Scheitern aussetzte, an dem Lesen feilte, jeden bequatschte, es mit ihm nochmal zu üben, DAS zählt jetzt für mich!!! DAS WAR SUPERKLASSE!!!

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So, und jetzt wird erst mal gekocht.........Damit das Familienleben nicht allzusehr in Schieflage gerät.

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Samstag, 3. November 2012

Die Höhle von Lenaux (Text)

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Die Höhle von Lenaux

Meine Damen und Herren, wir begrüßen Sie zur Führung durch die berühmte Höhle von Lenaux.

Hier finden Sie einzigartige Höhlenmalereien, Fossilien und Reste früherer Kulturen.

Bitte folgen Sie uns!


Wir betreten nun die Höhle.
Jetzt müssen wir uns durch diesen Spalt zwängen. Hier befindet sich ein Erdwall, gehen Sie bitte vorsichtig. Danke!

Man kann sich einmal fragen: Warum wurde überhaupt auf Höhlenwände gemalt?

Die Menschen haben ihre Erlebnisse, ihre Träume und Wünsche zu Bildern gemacht. Vielleicht glaubten sie, dass die unterirdische Höhlenwelt näher an den Geistern und Göttern und den Seelen ihrer Verstorbenen ist, mit denen sie Verbindung halten wollten.


Sie sehen hier die Nische der Pferde.

Für den Menschen war das Pferd zuerst Jagdbeute. Vor etwa 6000 Jahren begannen die Menschen jedoch, auf Pferden zu reiten und sie als Zugtiere einzusetzen.

Lassen wir nun die Bilder sprechen:


Hi, ich bin froh, dass Sie gekommen sind, und wie Sie sehen, dass hier die Urzeit ist und dass hier sehr viele Urzeitbilder von den Tieren sind. Aber hier ist ein besonderes Pferd und das Pferd heißt Maria. Es ist ein besonderes Pferd und es ist anders als die anderen Pferde und wenn sie froh ist, dann macht sie ein Geräusch und sie isst Gras und manchmal isst sie Blätter von dem Baum und Danke, dass Sie zugehört haben – vielen Dank!



Sein Name ist Tonggong. Er ist nicht gefährlich und er kann sehr hoch springen. Seine Nahrung ist Gras. Er kann auch schwimmen, wenn das Wasser nicht zu tief ist. Wenn er angegriffen wird, rennt er so schnell wie möglich weg.
Die Geschichte von Tonggong:
Vor etwa 2 Millionen Jahren kam ein ähnlicher Fisch aus einem See raus und er konnte atmen, aber später kamen Beine und er wurde größer. Jetzt wurde ein Tonggong erschaffen, und es wurden immer mehr.


Das Pferd der Steinzeit
Dieses Pferd ist kein normales Pferd, denn dieses Pferd ist ein besonderes Pferd. Es war einmal in Frankreich und dann hat es sich gedacht: „Wieso geh ich nicht mal nach Italien, dann nach Ungarn, dann nach Polen, dann nach Deutschland, dann wieder zurück nach Frankreich.“ Dann hat es gemacht, was es sich befohlen hat und ist nach Italien, nach Ungarn, nach Polen und nach Deutschland gelaufen und wieder zurück nach Frankreich. Er war sehr froh über seine Leistung und hat gedacht: „Na, das war sehr schön für mich!“ Und es war so erschöpft, dass es dann gestorben ist und wir sind froh, dass wir noch dieses Bild haben, ja, und das ist eben ein sehr besonderes Pferd und heißt: Das Pferd der Steinzeit.




Schauen Sie bitte einmal nach unten: Sie finden hier Fossilien von Reptilien, Brückenechsen und anderen Echsen, die vor 300 Millionen Jahren in der Zeit des Perm lebten. Sie waren die Vorläufer der Dinosaurier und später auch der Säugetiere. Die Zahl ihrer Handknochen ist die gleiche wie beim Menschen. Sie dürfen sie gern einmal anfassen.





Wenden wir uns nun um: Hier sehen Sie die Abbildung eines steinzeitlichen Stiers, eines Auerochsen. Er war ein begehrtes Jagdtier, aber die Jagd auf ihn war gefährlich.

Vor 6000 Jahren wurde der Auerochse gezähmt. Wenn Sie heute einer Kuh in die Augen sehen, schauen Sie ein wenig auch den Auerochsen an, denn unsere heutigen Rinder stammen von ihm ab.

Lassen wir nun sein Bild sprechen:


Der Auerochse
Das ist ein Auerochse mit einem großen Horn, das sehr groß ist und stark. Er hat sein anderes Horn beim Kampf verloren. Und er ist in einer großen Herde. Die Höhlenmenschen haben Angst vor ihm. Sie versuchen, ihn zu jagen, aber sie schaffen es nicht. Sie wollen ihn jagen, weil er viel Fleisch und Fell hat. Die Hörner wollen sie, weil sie sie als Waffe gegen andere Tiere benutzen.



Wir schauen jetzt nach dem Höhlenbären. Er hatte eine Länge von 3 Metern und ein Gewicht von einer Tonne und starb wohl vor 27 000 Jahren aus. In den Eiszeiten fand er nicht mehr genug Nahrung. Seine Vettern Braunbär und Eisbär überlebten bis heute.
Nun spricht der Höhlenbär aus ferner Zeit zu uns:




Der Bär
Dieses Tier ist ein Bär. Der Bär kommt aus der Steinzeit. Er sucht nach Nahrung, er findet nichts. Dann hat er eine Idee: Er geht an den Fluss und versucht, sich ein paar Fische zu fangen. Kaum ist er im Wasser, hat er schon den ersten Fisch im Maul, aber dieser kleine Fisch hat ihn nicht satt gemacht. Er fischt weiter und hat schon den nächsten und dann noch einen riesigen Fisch! Der hat ihm geschmeckt! Danach geht er wieder nach Hause in seine Höhle und schläft.


Der Bär
Mein Tier ist ein Bär. Es lebt in Reinickendorf und sein Name ist Peter, aber alle nennen ihn „Dickerchen“, weil er richtig klein ist und dick.
Und Dickerchen hat eine Freundin, aber die Freundin ist groß und dünn und sie heißt Antonia. Er liebt sie, aber sie können sich nicht so oft sehen, weil Antonia in Kölln wohnt.





Kommen wir zum Wollhaarnashorn. Das Wollnashorn Coelodonta antiquitatis bevölkerte die Steppen von Westeuropa bis Ostasien während der Eiszeiten. Diese Art lebte bis vor 11.000 Jahren.

Hören Sie nun den Wollnashörnern zu:


Poseidon, das Nashorn
Poseidon lebte auf Levkosia, das ist eine Insel zwischen der Türkei und Ägypten. Die schwimmt im Mittelmeer. Poseidons Eltern waren auch zwei Nashörner. Poseidon war ein Pflanzenfresser. Er war ein friedliches Tier und wollte nie kämpfen. Poseidon ist klein und hat ganz kurzes graubraunes Fell. Seine Augen waren hellbraun, das hat er von seinem Vater geerbt.


Peter, das Nashorn
Peter ist ein sehr schüchternes Nashorn. Er sieht so aus, als hätte er einen Riesenkopf, aber es sind drei Körperteile. Zur Zeit gibt es nur noch fünf Arten von Nashörnern. Auch Peter gibt es oft in Afrika und Asien zu sehen. Aber Peter lebt in Asien, mit seinen Eltern und zwei Geschwistern: Elisios und Antoni.
Er ist sehr zufrieden mit seiner Familie. 
Freunde hat er leider nicht. 
Peter hat einen sehr kräftigen Körper, wie auch sein Horn kräftig ist. Er ist ein Säugetier und ziemlich groß.Peter kann bis zu 3.600 kg wiegen, aber er wiegt nur 1.200. Er hat sehr große und kräftige Beine, jeder Fuß hat drei Zehen. Die Haut ist dick und grau oder braun gefärbt. 
Peter kann nicht so gut sehen, aber dafür hat er einen guten Geruchssinn. Peter hat einen sehr großen Schädel. Eigentlich leben Peter und die Nashörner allein, aber sie sind auch als kleine Herden unterwegs.





Hier sehen Sie das Mammut. Das Mammut ist eine ausgestorbene Art urzeitlicher Elefanten.

Die ersten Mammuts tauchen vor etwa 4 bis 5 Millionen Jahren auf. Sie lebten in Afrika. Der älteste Fund ist etwa 4 Millionen Jahre alt und stammt aus Äthiopien.
Insgesamt existierten im Lauf der Zeit fünf verschiedene Mammutarten.



Der Elefant war in einer Höhle. Er war zwei Jahre dort eingeschlossen. Er hatte kein Essen und kein trinken und wollte sich befreien. Einen Tag später war er draußen. Er hatte ganz viel Hunger. Hinter ihm waren Höhlenmenschen, die hatten Waffen, die haben ihn nicht getötet, weil er viel zu schnell war.

(Wir haben den Schluss geändert: Ronaldo hatte einen ganz traurigen Schluss geschrieben: Der Elefant arbeitet zwei Jahre daran, freizukommen, das gelingt ihm dann, und am selben Tag wird er getötet...  : ((  Ronaldo war einverstanden. Die kleinen Kinder in unserer Probeführung waren darüber sehr traurig gewesen, und - ehrlich gesagt, ich auch. gez. Minna)

Ungefähr vor 10.000 Jahren begann die Mittelsteinzeit. Es wurde nach der Eiszeit wärmer und es gab keine Steppe mehr sondern Wälder. Hier versteckten sich Rehe, Hirsche und Elche. Der Steinzeitmensch jagte diese Tiere, aß ihr Fleisch und kleidete sich mit ihrem Fell.
Sie sehen hier das Gehörn eines Rehs und ein Hirschgeweih aus der Steinzeit.




Der Hirsch ist ein Lebewesen mit starkem Geweih. Wir Menschen haben Haare auf dem Kopf und die Hirsche haben ein Geweih, das jedes Jahr neu wächst und am Jahresende abgeworfen wird. Die Hirsche sind Pflanzenfresser und mutige Tiere. Sie leben in Wäldern, wo sie sich vor Gefahren schützen. Deshalb kann man sie nicht oft sehen.


Sie erleben jetzt einen Blick in eine Tropfsteinhöhle in ihrer ganzen Pracht! Vor Ihnen breitet sich ein wunderbares Schauspiel aus.
Die Höhle von Lenaux ist für ihre prächtige Tropfsteingrotte weltberühmt. 

( Die Tropfsteinhöhle ist die Projektion eines Bildes auf ein weißes Tuch durch eine Lücke im Höhlenstoff von der Rückseite her. Das ist hier nicht so gut zu erkennen. Es hatte aber eine tolle Wirkung! ) 




So ist es auch nicht verwunderlich, dass Urzeitmenschen hier ihre Liebsten bestatteten und sie immer wieder gern besuchten. Bitte halten Sie Abstand und ehren Sie dadurch die Toten, denn alles, was wir können, können wir durch das, was unsere Vorfahren uns gelehrt haben.

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Höhlenmensch: Hoiiijaaahh Tanz und Totenandacht

(Der Tanz ist inspiriert vom Tanz des Neandertalerjungen aus dem Film "Lapislazuli", der auf diese Weise  sehr ergreifend eine Verbindung zu seinen Vormaligen herstellt...Wie das überhaupt ein ganz wunderbarer Film für Kinder und Erwachsene von 9 bis 99 ist... )

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Wir hoffen, unser Spaziergang durch die Tiefen der Höhle von Lenaux und ihren Schätzen hat Ihnen Freude gemacht.

Sie werden vom Höhlenmenschen durch das Labyrinth der LenauSchule geleitet und zum Ausgangspunkt zurückgeführt.

Vielen Dank für Ihren Besuch!


Freitag, 26. Oktober 2012

Ich rette die Welt

Die Höhle von Lenaux kam bei den Kindern schwer gut an. Wir gingen in kleinen Gruppen hin, nur mit einer Taschenlampe und sie waren sehr angetan von der Höhle. Sie ist aber noch im rudimentären Zustand. Die Objekte müssen noch angehängt werden, die Arbeit der nächsten Woche wird sein, den Text der Führung auszuarbeiten und die Führung (en) zu proben.

Es war so schön schaurig dunkel, dass die Idee kam, dass wir nächstes Mal auf der Klassenfahrt unbedingt, unbedingt eine tolle Nachtwanderung machen müssen!

Wir haben schon unsere Parallelklasse zur Generalprobe der Führung am Donnerstag angeheuert. Am Freitag auf dem Lesefest ist dann die "Aufführung".

Viel Zeit haben wir damit verbracht, in den aus der AGB mitgebrachten Büchern Themen und Informationen zum Naturwissenschafts-Thema "Naturschutz, Klimawandel und Recycling" herauszusuchen. Besser und griffiger wäre aber der Titel:

Ich rette die Welt.


So soll die Unterrichtseinheit also heißen. Als ich mit der ersten Gruppe in den Keller ging, machte ich doch noch eine Probe, ob der große "Rest" der Klasse wirklich mit den Materialien arbeitet...Taten sie nicht. Also nochmal vorne aufgebaut und angekündigt, dass...am Ende gefragt wird, wer mit wem welches Thema bearbeiten wird und wenn jemand das dann nicht weiß, gibt's dafür eine "5". Die blödesten Mittel sind immer die effektivsten, ab da ging es oben wunderbar zur Sache.
Einige Gruppen, die sich gebildet hatten, wollten anschließend weitermachen, und sie durften das, sie gingen dann in den Nachbarraum und arbeiteten lange Zeit ganz selbständig an ihren Themen.
Wir anderen machten Mathe, wir haben nochmal das Wichtigste wiederholt und dann erweitert und gekürzt. Es machte Spaß, ich glaube, nicht nur mir...


Gestern hatten wir in der Klasse aufgeräumt und es machte sich heute angenehm bemerkbar.



Dann ist noch etwas ganz Tolles passiert: Wir haben eine Kollegin, die für eine erkrankte Kollegin einspringt, sie ist schon Pensionärin, macht aber diese Vertretung. Sie kam heute bei uns vorbei und sagte: "Betreust Du die grüne Ecke da draußen? Es sieht schön aus!" Ich hab mich so gefreut! Die "Grüne Ecke", wie sie es nennt, macht wirklich ganz schön Arbeit, aber es lohnt sich. Man hat einen Ort, der etwas beruhigt und halbwegs angenehm ist, z.B., wenn einzelne Kinder etwas gemeinsam arbeiten wollen oder wenn man mit jemandem kurz etwas besprechen möchte. Und überhaupt.
Zu der "Grünen Ecke" hat noch nie jemand etwas gesagt. Deshalb war das heute so schön, etwas Anerkennung zu erhalten. : )


Ich würde sagen, es sieht einfach weniger hässlich aus mit den Pflanzen. Etwas erträglicher. Schulen, Krankenhäuser, alle diese Art von Häusern haben etwas Menschen-Abweisendes, sollten sie aber nicht haben. Menschen verbringen dort ein Drittel der Stunden eines Tages, zum Beispiel bei uns in der Ganztagsschule. Das muss man doch bedenken, dass das Auge auch nicht ständig beleidigt werden will.

Also, Peter las heute seine zwei Witze vor. Er hatte geübt und sie waren lustig. An einen erinnere ich mich:

Marcel sagt:"Oh, meine Füße sind eingeschlafen." Luisa meint:"Ich dachte, sie seien abgestorben, bei dem Geruch...." Er und drei andere Schüler, die noch zu holprig lesen, müssen ab jetzt jeden Tag zwei Witze aus ihren Geburtstagsbüchern zum Besten geben, vorher natürlich üben. Mesut meinte:"Ich lese doch auch nicht gut, kann ich mitmachen?" Wahnsinn! Na klar!!!

Ali und Ronaldo hatten ihre Bücher zu Hause, wie sie sagten, Ali sehr cool, so Arm auf der Lehne des Nachbarstuhls und so, und er reizte mich mit seiner Haltung, da gab ich ihm den Konter und sagte: "Du hast das zu bringen, sonst sammelst Du Dir Fünfen ein. Die erste hast Du gerade bekommen."

Er wird lesen. "Ihr lest richtig schlecht. Das lassen wir nicht zu. Wenn Ihr hier weggeht, dann könnt Ihr einigermaßen flüssig fremde Texte lesen. Da Ihr zu Hause nicht freiwillig übt, müsst Ihr eine Dauerhausaufgabe bekommen und Ihr müsst es uns täglich beweisen, dass Ihr geübt habt. " Damit ich das Abfragen nicht verpeile, werde ich mir jeden Tag "Witze" frühmorgens auf die Hand schreiben müssen...



Möchte nochmal drauf hinweisen. Ich finde Peters Handytasche wirklich sehr schön. Hier ist Scheriis kleine ss - und ß - Geschichte:


Sie hat noch eine längere, etwas krasse Geschichte geschrieben, in der viel Gewalt und ein Paradox vorkommt, nämlich, dass jemand, der stirbt, gleichwohl die Geschichte aufschreibend zu Ende bringen kann... Das ist mir in meinen mehr als fünfzig Lesejahren in der Literatur nur ein Mal vorgekommen: Bei Edgar Allen Poe, wo er mit dem Schiff innen den Maelstrom langfährt und das Schiff dem Zerbrechen immer näher kommt, die Erzählung dann abbricht. Trotzdem hat man das Erzählte in der Hand und liest...Ich habe mich immer damit getröstet, wenn es mir in einer Geschichte zu wüst zuging, dass der Erzähler doch alles überlebt haben muss, sonst könnte er ja nicht darüber berichten und ich könnte es nicht lesen. Das Paradoxe dieser Situation war Scherii und den anderen nicht klar, dehalb sprachen wir darüber.
 


Das ist eine unglaubliche Leistung!! Sie hat es zu Hause sich auf dem Computer ausgedacht! Also, sie hat Initiative, Ausdauer, Ideen und überhaupt, SUPERTOLL!  Dass die Geschichte nicht ganz so brav ist, ist gar nicht schlimm.

Also Scherii, Du liest das hier ja sowieso - manchmal bewundere ich Dich wirklich. Danke nochmal für die tollen Süßigkeiten vom Bayram-Fest! Und sei mir nicht böse, dass ich es ziemlich schlecht heute aufgenommen habe, als Du morgens in der Klasse Kartoffelchips an alle verteiltest... Du bist eine ganz wunderbare Schülerin, mach weiter so - also nicht mit den Kartoffelchips, Du weißt schon! : )))

Unser weiteres tägliches Griechisch waren die beiden Wörter Rhythmus und Labyrinth. Sie kamen heute in den Lernsituationen vor. In der Höhle sollte jemand meditativ trommeln, einen leisen Rhythmus, der ein guter Hintergrund für die Führung ist. Ein Schüler sagte: "Das ist hier wie in einem Labyrinth, als er durch die Höhle ging." Wir schrieben die Wörter  auf griechisch an die Tafel, lasen und übersetzten sie. Wozu haben wir einen kleinen Sprachkurs gemacht? Griechisch im Deutschen ist wirklich omnipräsent. 

Selena und Hans haben zugesagt, ein Plakat mit den griechischen Buchstaben für die Klasse in groß zu malen. Dann haben wir es in Zukunft leichter.

Im Stuhlkreis achtete ich genau beim Erzählen darauf, dass die Sätze korrekt gebildet werden: Stopp, wie heißt es richtig?? Und sie KÖNNEN es!!! Die richtigen Fälle, meist die richtigen Präpositionen, bei den Artikeln muss man öfter helfen. Wörter mit "das" werden oft als grammatisch männlich gebraucht.

Nicht berichten konnte ich über Folgendes, das auch sehr wichtig ist: Es gab in dieser Woche drei sehr gute Übergangsgespräche mit Eltern und zum Teil auch mit den Kindern.

Habe mich entschlossen, den schöneren Weg zu gehen beim Lernen: Naturschutzeinheit in NaWi und nicht nur Noten sammeln! Wenn die Freude fehlt, geht gar nichts. Das wird sehr schön werden!

Die Zusammenarbeit mit Lars ist belebend. Er hat das, was Musil "Möglichkeitssinn" nannte. Ich verfüg darüber nicht mehr so ganz....Da ist diese Zusammenarbeit ein Glücksfall für mich. Freu mich drüber.
 


 Und zum Schluss und draußen: Thank God, it's Friday!

Ein wunderschönes Wochenende wünsche ich jedem, der / die sich bis hierhin lesend durchgearbeitet hat!

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Die Höhle von Lenaux

Heute waren nur vier Kinder da, vier von neunzehn. Die anderen feierten Kurban Bayram, das muslimische Opferfest. So richteten wir für das Lesefest am 2. November in den Kellerkatakomben der Schule  die "Höhle von Lenaux" ein.


 Wir bespannten die Wände mit höhlenkompatiblem Stoff, bauten ein paar Sperren ein, damit der Weg abenteuerlicher wird und hingen unsere 30.000 Jahre alten Höhlenmalereien an.


 Pablo war begeistert und mit Feuereifer bei der Sache, Marie ebenfalls. Pablo: "Hurra, heute keine Schule!" Lars (Kollege) :" Das IST Schule, Pablo." Pablo:"Na gut, aber ohne Lernen..." Lernen muss etwas ganz Schreckliches für ihn sein.


 Lars platziert die Sandkästen mit den Gipsabdrücken der vorzeitlichen Echsen, die man auch gern anfassen darf.


Marie und Rivas. 
Emmely saß oben in der Klasse und baute aus Knetmasse viele  braune Spinnen. Man besucht die Höhle mit einer Taschenlampe in der Hand.


 Pablo.


Marie.

Nun müssen wir die Höhlenführung konzipieren. Das ist die Aufgabe der nächsten Tage. Ein paar Tipps haben wir uns aus dem Film von Werner Herzog: "Die Höhle der vergessenen Träume" abgeguckt. Das wird bestimmt sehr schön und war heute eine schöne Zusammenarbeit mit Lars und den Kindern.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Lassen wir mal...

...Cherry zu Wort kommen, sie hatte heute ein recht großes Missgeschick zu bewältigen, das auf dem Rückweg von der AGB passierte. Wir gingen in der Gruppe, zwei und zwei, ziemlich dicht hintereinander, plötzlich tauchte eine Berliner Tretmine auf, wir sprangen alle drüber weg...---und Cherry hat's dann derwischt. Nee, keiner lacht. Messi hat es auch mal erwischt, er schmiss dann sofort seine Schuhe weg...

---Liebes Tagebuch,
heut' morgen haben wir Englisch gemacht, es hat sehr viel Spaß gemacht.Dann sind wir zur AGB gegangen.Wir hatten wieder Gruppenrennen gemacht,alsojeder kriegt ne Aufgabe,wir müssen sie lösen,zum Beispiel,wir müssen was suchen wie gehen wir vor?
So was eben,auf den Rückweg,bin ich auf Hundekot getretten,oha...ich hasse es wenn die Leute nicht eine Tüte mitnehmen und es wegenstenz weg machen,das wäre wirklich nett,ich muss jetzt meine Schuhe so lange sauber machen,bis keine Kacke mehr drauf ist und es nicht mehr Müffelt,ich wollte eigentlich mir heut' ein Vollbad gönnen,aber dank der Kacke,muss ich es verschieben,also "Vielen Dank" das  der jenige es nicht mit ne Tüte weg gemacht hat,ich meine,ihr habt ein Hund,aber macht den Kot nicht von ihm weg,es ist euer Hund und nicht unserer,ihr müsst auf passen,das ihr das auch weg macht wenn euer Hund mal sein Geschäft machen will,außerdem muss ich jetzt noch meine Schuhe sauber machen nochmals "Vielen Dank" .---


http://www.cherrystagebuch.blogspot.de/2012/10/liebes-tagebuch_24.html