Dienstag, 20. Januar 2015

Eine runde Sache. Besuch der Leonardo-da-Vinci-Ausstellung


Vor einer Woche besuchten wir die Leonardo da Vinci-Ausstellung gegenüber dem Martin-Gropius-Bau.
Wir hatten eine Führung.

Wir fuhren mit dem "berühmt-berüchtigten" 41er Bus  bis dorthin.

Bis unsere Führung begann, konnten wir uns mit unserem Proviant noch etwas stärken.





Dann ging die Reise los: Jan, der uns durch die Ausstellung führte, stellte sich vor und begann mit

Leonardos Lebensgeschichte

Er war ein unehelich geborenes Kind. Im 15. Jahrhundert bedeutete das: Er durfte keine Schule oder Universität besuchen.
Er machte eine Ausbildung und ging später nach Florenz.

Florenz war mit damals 54 000 Einwohnern Italiens einflussreichste und bedeutendste Stadt.

Leonardo ging bei dem Maler Verrocchio in die Lehre.




Jan erklärt uns das Bild "Die Taufe Christi" von Verrocchio.



Man sagt, Leonardo habe den linken Engel auf dem Bild gemalt. Sein Meister habe daraufhin den Pinsel weggeworfen und gesagt, er wolle niemals mehr ein Bild malen....







Dieser Satz ist sicher zutreffend. Er gilt auch noch heute und es kommt mir vor, als könne Steve Jobs ihn auch gesagt haben...






Die nächste Station heißt "Der Traum vom Fliegen". Wir stehen vor einem Modell eines menschenbetriebenen Helikopters, der aber niemals flog, denn die Kraft einiger Menschen reichte nicht aus, das schwere Gerät aus Holz und sich selbst zu heben.

Oben sieht man den Fallschirmflieger, der vor einigen Jahren als Nachbau wirklich einmal flog...

Vielen Kindern gefällt der fledermausförmige Gleiter, der an der Decke der Halle hängt.




An vielen Maschinen vorbei, die originalgetreu nachgebaut sind und die man bedienen kann, kommen wir zum berühmten "Abendmahl" - Bild.

Leonardo brauchte vier Jahre, um es zu malen. Es wurde vor nicht langer Zeit einmal restauriert, dies dauerte zwanzig Jahre!




Alle Bilder hier sind gute Kopien....das versteht sich wohl von selbst...

Jan interpretiert mit uns die Gesten, die  man bei den Jüngern sieht. Was sie ausdrücken könnten. Und wir sollen Judas suchen.

Denn das Abendmahl stellt den Moment dar, wo Jesus den Jüngern eröffnet, dass einer von ihnen ihn verraten wird. Die Reaktionen sind vielfältig.





Die Kenntnis der christlichen Hintergründe der gezeigten Bilder versteht sich für die Kinder nicht von selbst. Die Hälfte der Kinder unserer Klasse ist muslimischen Glaubens. Nur einige unserer Kinder, die den christlichen Religionsunterricht zusätzlich zum Pflichtunterricht wahlweise besuchen, können Jans Erläuterungen einordnen in das, was sie bereits wissen.

Von den 25 Kindern sind das etwa fünf oder sechs Kinder....



Aber es wird auch fleißig mitgeschrieben. Von einigen Mädchen jedenfalls. Andere toben schon woanders herum....



Mit großer Ernsthaftigkeit halten einige Mädchen ihre Eindrücke auf Papier fest. <3





Leonardo, das Universalgenie, war ein großer Erfinder. Er baute einen Taucheranzug, mit dem man unter Wasser laufen und feindliche Schiffrümpfe anbohren können sollte. Es hat aber nicht so richtig funktioniert, weil durch die Schläuche von oben nicht genug Sauerstoff kam.

Sollte es aber beim Feind funktionieren, hatte er durch die Planung doppelter Schiffswände vorgesorgt.

Er war also auch ein richtiger Kriegserfinder.
Hier stehen die Jungen in der ersten Reihe und stellen interessierte Fragen, die Jan geduldig und sachkundig beantwortet.






Die vielen Maschinen waren sehr faszinierend: Hier ist es ein Sägewerk, bei dem eine Kreisbewegung in eine Hoch-Tief-Sägebewegung umgebaut wird. Die Kraft für die Kreisbewegung in natura bildeten wohl Schaufelräder in einem Wasserlauf.




Eine Hebemaschine mit Feststellzacken wurde viel benutzt.



Das kannten wir schon ein bisschen vom "Spectrum" des Technikmuseums: Flaschenzüge. Die Kinder nannten es das "Säckeheben".



Amina probiert es einmal mit dem Stein ohne Flaschenzug: Aus - sichts - los! Zu schwer.





Fröhliches Säckeheben an anderer Stelle. Es gab auch Kugellager und viele andere Maschinen, auch diese Brücke.




Und dann: Hä, wie war das noch? Nein so, nein so.
Ach, dann reichte die Zeit nicht mehr und man weiß nicht, ob die Jungen es tatsächlich noch geschafft hätten.... ich glaube, eher nicht.




Überall waren Holzmaschinen zum Drehen und Heben, auch eine große Uhr mit Zahnrädern gab es - aber die hat doch Leonardo nicht erfunden, oder? 
Man hätte länger da sein müssen und ein bisschen hier und da lesen.






Bilder gab es auch, verschiedene "Mona Liesen" mit unterschiedlich geheimnisvollem Lächeln und unterschiedlichem Landschaftshintergrund.





Was die Kinder daraus gemacht haben, wird man noch sehen. Am nächsten Tag malten sie und schrieben zu ihren Bildern.

Doch zunächst einmal gingen wir mit Julia einen tollen Weg, den sie kannte, ganz durchs Grüne zurück, am Technikmuseum vorbei, ....





über den Landwehrkanal ........ (Wie tief ist der eigentlich?? Das müssen wir einmal mit einem Lot herausfinden.) Also beim nächsten Gang einen Stein an einem langen Seil mitnehmen...)




zum Spielplatz im Gleisdreieckpark.





Dort tobten sich unsere Kinder erstmal so richtig aus, bevor wir uns dann auf das letzte Stück Weg zur Schule machten.

Das war eine prima Idee gewesen, nach dem Ausstellungsbesuch am Tempodrom vorbei durchs Grüne zu laufen, wo man nicht auf den Verkehr aufpassen musste. (Danke, Julia!)

Nur das letzte Stück war nochmal im Verkehr. 
So war unser Leonardo-Ausflug eine ziemlich runde Sache geworden.

Ein paar Tage später war die Ausstellung vorbei und reiste in eine andere Stadt.
Doch wir waren dagewesen.

Eure Minna


Montag, 12. Januar 2015

Ich bin so im Adressenfieber.

Heute beginnt die zweite Schulwoche im neuen Jahr. Einiges haben wir schon gemacht und vieles liegt noch vor uns bis Ende Januar, bis zu den Winterferien.



Ihn will niemals jemand haben - den Schwarzen Peter.




Fleißig an verschiedenen Aufgaben der Wochenarbeit üben..



...oder etwas ausprobieren.

Dies beschäftigt uns noch eine Weile:
Die Glühlampe, die Flachbatterie,
die Lampenfassung....




... und die Frage: Wie bekomme ich 
die Lampe zum Leuchten?




Unser neuer Achtertisch,
damit Rabia, die sicher wundervoll arabisch spricht,
sich wohlfühlt und schnell deutsch lernt.
Sie hatte sich alle diese Mädchen gewählt...

und Jasper musste dazukommen, damit er
seine Freundinnen nicht verliert...




Das sind die Teile der Glühlampe,
sie müssen auswendig gelernt werden.
Die Wörter haben wir genau angeschaut und besprochen.

Tafelbilder, die noch ins
Sachkundeheft übertragen werden sollen.




Ganz wichtig: Experimente dürfen nur
mit Schwachstrom gemacht werden.
Die Flachbatterie hat nur 4,5 Volt.



Die Lampe leuchtet -
nein, sie brennt nicht und es ist auch keine Birne -

sie leuchtet, wenn die Pole der Batterie
das Gewinde und das Kontaktplättchen
gleichzeitig berühren.



Hier steckt die Lampe in einer Fassung.
So ist sie besser untergebracht und wackelt nicht so herum.
Nun leuchtet sie, wenn die Pole der Batterie
die Schrauben berühren.

Die Sache mit den Kabeln und dem Schalter sind dann 
die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer
"Shoebox-Castle-Beleuchtung".


Wochenpläne. Am Freitag und am Wochenende großer Korrekturmarathon. Hier die einfachere Version. Rot sind die Stellen übermalt, wo noch Aufgaben ungelöst sind, grün, wo sie bearbeitet wurden. Dieses Kind musste heute eine Stunde nacharbeiten. Sie hatte einfach ziemlich getrödelt.





In der letzten Woche gab es Post: Jaspers Karte aus Davos kam mit einiger Verspätung an.




Ein Prachtstück! Da haben ihn alle familiären Mitreisenden
sicher sehr unterstützt!

Eine schöne Resonanz auf unsere Kartenaktion von vor Weihnachten,
die uns sehr viel Freude machte.




Davos bei Nacht.





Claudes Ferientext oben,
unten das Bild dazu.





Rabia gab am Freitag eine phantastisch gute Wochenarbeit ab! Alles grün in der schwierigeren und
ausgedehnteren Form. Großes Lob, Rabia!





Heute früh beim Hereinkommen: Noemi und Aalisha waren beim Weben ein gutes Stück vorangekommen.






Lilly sagte: "Ich bin gerade im Adressenfieber. Ich würde gerne an Frau Pollack vom Tierheim schreiben."
(Frau Pollack konnte heute nicht kommen, die AG fiel aus.)

Den Text hat sie schnell geschrieben, ein Umschlag ist auch da. Im Internet suchen wir die Postadresse des Tierheims Berlin. Morgen geht die Karte weg.




Und: "Kann ich meinen Füller mitbringen? ich will nicht mehr Druckschrift schreiben, Schreibschrift ist schöner und das geht so gut mit dem Füller."

Der Schneckentext, ebenfalls von ihr verfasst, lag heute kopiert auf mehreren Tischen.






Aber auch Jasper war nicht untätig.Hier ist sein Text von den Urzeit-Menschen:




Wobei sich die Frage stellt: Was ist wohl "normales Essen"?




Die gehen wohl gerade auf ein schlafendes Urzeittier los, das sie zu ihrem Essen machen wollen.

Mert verwickelt sich irgendwann in logische Widersprüche, als er sagt: "Nein, das war ich nicht!
Munir aber auch!"

Als ich es wiederhole, lachen wir zusammen über seine paradoxe Antwort.

Morgen gehen wir zu Leonardo. Bin schon sehr gespannt.

Hier kann man zwei Videos sehen:



Hier die Website der Ausstellung. Rechts unten, wenn man drauf ist, ist noch ein schönes kleines Filmchen über den Traum vom Fliegen.....


Mittwoch, 7. Januar 2015

Wollen wir mal armdrücken?

Heute waren wieder die vier schönen langen Stunden ohne Unterbrechung. Wir begannen mit dem Rechnen der so genannten Aufgabenfamilien. Nach einer kurzen Tafeldemonstration legten alle los.


Außer zwei Kindern konnten es alle. Es war eine so konzentrierte Arbeitssituation, dass unsere Besucher beim Eintreten sich wunderten. Als dann die Frühstückspause war, wollten etliche Kinder noch weiterarbeiten. Sie frühstückten irgendwann später.

Vorher hatten wir noch ein paar Links-Rechts Geschicklichkeits- und Bewegungsübungen gemacht. Das zentriert ganz schön, dann ist man alle zusammen gut auf einen Punkt fokussiert, z.B. vor einer Tafeldemonstration oder -erarbeitung.

Laura kam mit handgewebten (?) oder handgehäkelten dicken Schnüren, die sehr schön aussahen. In der dritten Stunde zeigte sie, wie es geht.



Der Häkelspaß packte viele Mädchen und es entwickelte sich auch eine Handarbeitsphase.



Nebendran rechneten andere Kinder weiter oder wechselten zu den Lese- und Schreibmaterialien.




Wenn Kinder anderen etwas vermitteln, muss ich mich als Erwachsene zurückhalten. So ließ ich Raum für Aktivitäten jenseits der Wochenarbeit wie sie auf dem Plan stand.



Jakob hat ein schönes Bild in sein Geschichtenheft gemalt. Nun schreibt er einen Text dazu.




Irgendwer hat einen der vorbereiteten und schon seit Monaten bereitliegenden Webrahmen entdeckt und möchte weben, ein Revival aus dem ersten Schuljahr. "Ich weiß noch, wie es geht!"..... Das greift auf andere Kinder über und plötzlich webt ein Drittel der Klasse eifrig und ausdauernd.

Unterbricht man das? Nein. Das hebt die Arbeitsfreude insgesamt und trainiert Finger, die Gehirnwindungen, räumliches Denken und Koordination.

Wir singen nochmal das gestische Lied vom Hut mit den drei Ecken. Jetzt klappt es schon ganz prima mit den Schweigesekunden und den dazu passenden Gesten.

Hat jemand Materialien über "Sprache ohne Worte"?
Pantomimisches in der Kommunikation ist sehr hilfreich. 

Da fehlt mir etwas....

Dann gebe ich die Idee des Armdrückens hinein  und es funkt. Wir probieren uns aus, wie es um die Stärke der Armmuskeln steht und das geht eine ganze Weile so.



Es ist immer wieder schön zu sehen, wie in einem Raum die unterschiedlichsten Aktivitäten nebeneinander "funktionieren", wie die Klasse sich in den unterschiedlichsten Betätigungen "trägt".

Lesepatin und Ex-Kollegin Antonia meinte: "Jetzt hattest Du sie schon so schön zusammen mit dem Lied. Ich dachte, jetzt arbeiten alle wieder an ihrem Wochenplan, da fängst Du an mit dem Armdrücken und die gemeinsame Konzentration verliert sich wieder."

"Stimmt", gebe ich kleinlaut zu : "...Es ist aber auch keine Vorführstunde. Ich wollte das mit dem Armdrücken einfach nicht vergessen."

Ja, der eine Junge, der mir gestern beim Sägen auffiel, dass er keine Energie in den Vorgang hineinlegte, sondern mehr mit der Säge das Holz streichelte, mit ihm wollte ich unbedingt mal armdrücken.

Es war so wie befürchtet, er konnte kaum Muskelkraft mobilisieren. Das war eine wichtige Erfahrung. Einfach so ermahnen hilft da nicht, er muss längerfristig und umfassend trainiert werden und wir müssen uns Gedanken machen, wie das gehen könnte.

Ich musste schwer viele Arme drücken. Zum Glück habe ich die Kleinen noch alle "gepackt". Nur Jasper, der ist so stark, gegen ihn kam ich nur schwer an....




Körperliches Kräftemessen ist schon eine tolle Sache. Bestimmt haben viele Rangeleien unter Jungs, die wir PädagogInnen so verpönen, hier auch ihren guten Grund.

In der letzten Stunde bildeten wir unseren Kreis, "JungeMädchenJungeMädchen"; nun rutschten die Kinder schon von selbst, um Lücken auszugleichen.

Zur Vorbereitung auf den Ausflug las ich aus "Leonardos Katze" vor, kam aber nur ein paar Zeilen weit, denn wir mussten über viele Wörter erstmal sprechen und den Inhalt klären.



Die vielen schönen Adventskalenderdinge
aus dem Museum der Dinge.
Das Leonardo-Buch liegt vorne rechts.

Was ist Kunst? Was ist Wissenschaft? Was ist Paris? Was ist eine Hauptstadt? So kamen wir vom Hölzchen aufs Stöckchen, aber die Intensität lohnt sich.

Je mehr man hat und weiß, um so mehr fügt sich leichter auch an.

Dieser Spruch stand auch im Buch. ich las ihn nicht vor, aber er gefiel mir sehr gut:



Das war ein schöner, lehrreicher und aufgelockerter Schultag. Manche Impulse kamen von der Lehrerin, manche von Kindern. Kinder zeigten Kindern viel.
Es war sehr lebendig, nie chaotisch und wir haben alle etwas dazugewonnen.

Nun das Meckern. In unserer Schule hängen viele Plakate. Sie verweisen auf eine Bildungsveranstaltung. Auf ihnen ist das Wort "Ressource" benutzt und falsch geschrieben, teuer farbkopiert und vielfach aufgehängt. Oder soll es englisch sein? Das kann man besser machen.
Vielleicht sollten sich die Macher mal den Spruch oben zu Gemüte führen...

Und noch etwas Inhaltliches: Das Wort "Ressource"   (ein Mittel, eine Quelle, um eine zweckbetonte Handlung zu tätigen) gefällt mir im Hinblick auf Menschen nicht. Es ist technizistisch, verfügend, zweckhaft und hat in der Beschreibung von Vorgängen, die mit Menschen, mit Subjekten, zu tun haben, für mich einfach gar nichts zu suchen.

Aus Gründen. Zum Beispiel Kant. Er fordert, den Menschen als Zweck in sich selbst zu behandeln und niemals ihn als Mittel zu anderen Zwecken zu sehen.






Dienstag, 6. Januar 2015

Yeah, yeah, yeah!!

Gestern zeigte sich, dass manche Kinder rechts und links noch nicht eindeutig zuordnen. Deshalb machten wir heute nach dem morgendlichen Gesprächskreis einige Übungen hierzu, die auch körperlich ein wenig Betätigung brachten.

Dann sprachen wir über das Jahr, seine Monate und die Jahreszeiten und welche Monate zum Winter, Frühling, Sommer und Herbst gehörten.

Ja, über den heutigen Dreikönigstag sprachen wir auch noch und die Bräuche, z.B. in Frankreich, wo es die


gibt....

Das Jahr leitete ein zum J,j, dem wir uns in der einen Stunde widmeten.






Das waren unsere gesammelten J-Wörter. Beim Yeti war es noch unklar, wo der Yeti/Jeti  hingehört, aber das




konnten wir doch eindeutig dem Ypsilon zuordnen.
Ich erzählte ein bisschen von den langhaarigen Beatles und dem Entsetzen der Omas und Opas, als sie ihr

"She loves you, yeah, yeah, yeah!"

sangen, die kleine Darstellung brachte die Kinder zum Lachen. Was insgesamt sehr wichtig ist, dass mehrfach am Tag gelacht wird und aus den Situationen möglich viel Witz gesogen wird.

So viel zum "Yeah, yeah, yeah!" ...., das nunmehr zu unser aller Alltag gehört. Aber nicht zum J, sondern zum Ypsilon.

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Hier schien es mir so zu sein, dass man anhand der kleinen Rechenmauern ganz gut den Unterschied zwischen Rechnen und Mathematik erläutern kann.





Solche Aufgaben gehören zur Wochenarbeit. Links steht das Rechnen: Ein Schema, das man sukzessive bearbeitet, eine Regel, die man anwendet. 

Nun aber kommt der Transfer, eine andere Situation, man muss jetzt die Rechenregel relativ flüssig aktiv zur Verfügung haben, um sich der Frage zu stellen, mit welcher Zahl man von der 3 zur 6 gelangt.

Der Schwierigkeitsgrad hier ist gering. Grundlage ist aber ein aktives Verständnis der Situation, aus der sich dann die jeweilige Rechenstrategie als eigenes Zutun ergibt.

Und dann war schon  Pause. Papier- und Plastikschatzsammlerinnen waren unterwegs. Es machte den Mädchen Freude, mit dem Greifer die Hinterlassenschaften der anderen aufzusammeln und in den Eimer zu legen.




Nach der Pause übten wir weiter im Leselehrgang und auch das Schreiben und Abhören des neuen Buchstaben/Lautes.

So verständig und konzentriert arbeiteten die Kinder, besprachen sich, halfen sich, es war eine Freude. Die allein vorhandene Lehrerin ging hierhin und dahin und  war niemals überlastet, weil alle Kinder tatsächlich sich auf die Aufgaben zentrierten. Das wirkte schon sehr erwachsen und macht Freude auf die kommenden Jahre.

So drin war sie, dass sie das Fotografieren vergaß, was auch nicht schlecht ist. 

Amina las sehr ehrgeizig jedes Wort und alle fünf Wörter kam sie und trug sie vor. Die reine Freude! Da passiert etwas! Sie kommt raus aus ihrem Schneckenhaus....

Laura, die so große Schwierigkeiten hat, die einfachsten Rechenaufgaben zu verstehen, hatte auf Anhieb eine Strategie, schwierigere Aufgaben zu lösen.... Überhaupt - Mathematik setzt mich immer wieder in Erstaunen: 

Man gibt Lösungswege vor.
Fragt man aber einzelne Kinder, tun sich immer verschiedene Lösungswege auf. Das ist sehr interessant!

Wir schauen ja immer nur aufs Ergebnis. 
Lohnend ist es aber auch zu fragen und zu vergleichen: Wie kommst Du da hin? Wie machst Du das? Welchen Weg hast Du gewählt? - und festzustellen, dass es mehrere Wege gibt.

Wie übrigens immer im Leben. ;)

Die vierte Stunde war eine geteilte. Eine Hälfte der Klasse ging zum Musikunterricht, die andere mit mir in den Werkraum.

Hatte mich in den letzten Monaten etwas zu sehr ins Bockshorn jagen lassen von Stimmen, die sagten, ja die und die, die sind schon viel weiter und so.

Nein. Auch die Hände müssen was zu tun haben. Das hat auch was mit Links/Rechts, Oben und Unten und dem zu tun, was im Gehirn so abgeht.

In früheren Klassen hatte ich gute Erfahrungen mit Holzwürfeln gemacht, auf die Anlaute, Endlaute und Signalgruppen geklebt sind. So kann man Wörter bauen, durch Drehen des Anlautes Reimwörter bilden, Unsinnswörter und Sinnhaftes zusammensetzen, lesen und aufschreiben.

Man kann mit ihnen eben spielen. Solche "Spielereien" bringen mehr Mut zum Lernen für Kinder, denen der Umgang mit der  Schriftsprache nicht so leicht fällt.

Man kann natürlich eine elektrische Säge holen und findet sicher irgendwen in der Bekanntschaft, der einem mal eben 200 Würfelchen sägt....aber ist das wirklich sozusagen das Gelbe vom Ei?

Können wir uns das nicht selbst erarbeiten? Welche Lernprozesse "fallen" dabei quasi nebenbei "ab"?
Das ist viel interessanter. An vorgefertigtem Kram haben wir doch übergenug, oder?

Ist das gut oder schlecht investierte Zeit?

Doch vor dem Sägen stand noch Klärendes über die Werkzeuge und Materialien, die wir benutzen wollten, zum Beipiel eine Säge, (eine Gehrungslade), einen Zollstock.

Zum Begreifen gehört ja auch das Benennen können.

Da gibt es viele Wörter und Sachverhalte zu klären: Was ist eine Ecke, was eine Kante, ein Kantholz, ein Rundholz?
Wo im Raum sind Ecken, wo sind Kanten? 
Aus welchem Material ist die Säge? Was ist eigentlich Holz?
Metall, welche Metalle kennen wir? Eisen. Was ist alles im Raum aus Eisen, ein Magnet hilft auch, es zu erkennen.
Wir schauen uns den Zollstock an. Man könnte auch Zentimeterstock sagen. Was steht da drauf? Was ist ein Zoll? Wie viele Zentimeter zeigt der Zollstock? Wie groß bist Du, wie groß bin ich, gemessen mit dem Zollstock?

Übrigens wusste kein Kind auf Anhieb eine Antwort auf die Frage, aus welchem Material wohl die Legosteine und Playmofiguren sind, mit denen viele so gerne täglich spielen.

Irgendwann sägen wir aber auch. Bei Johannes sieht man, wie fest er das Kantholz in der Gehrungslade  hält und mit der anderen Hand energisch sägt. Es gibt Kinder, die kriegen das gar nicht so hin, sie haben keinen Druck in der Hand, vielleicht sollte man mit ihnen mal bayerisches Armdrücken probieren...??
Johannes hatte schnell einen Würfel abgesägt.





Die Werkzeuge. Wir haben die Maße der Würfel oder Quader noch nicht festgelegt. Das wäre für eine Stunde zu viel gewesen.




Moritz handhabt die Sache auch sehr gut. Er koordiniert gut die Aufgaben der einen mit denen der anderen Hand und zeigt beim Sägen Ausdauer.




Zum Abschluss noch ein paar Fotos von unserem neu gestalteten Vorraum der Klasse - aber das ist nochmal ein anderes Thema....



H's Patenpflanze









Sieht aber schön aus: Yeah!

Montag, 5. Januar 2015

Das Betahaus rockt!

Das neue Jahr hat begonnen und die freien Tage sind vorüber. Lange nichts mehr geschrieben. Eigentlich schade, aber der Dezember scheint doch ein sehr anstrengender Monat zu sein.
Die Schule verhielt sich dann doch nicht so abweisend wie befürchtet, es war möglich, dort während der Ferien hin und wieder zu arbeiten. Wichtig war das Aufräumen, der Herbst musste weggeräumt werden und so manches andere auch.

Was blieb, war der Inhalt des Adventskalenders aus dem Museum der Dinge. Es sind schöne, sehr unterschiedliche Dinge dabei, die alle Anregungen darstellten und die Selbsttätigkeit der Kinder anregen werden. Ob das ein Heftchen über Schattenspiele war, Salzkrebse, Bodenmalkreiden, eine Modellpuppe mit beweglichen Gelenken, eine Superlupe.....und vieles Andere mehr.

Vielen Dank an Lillys Mutter, die uns das alles zusammengepackt hatte! Das war eine besondere Art, sich auf Weihnachten vorzubereiten und Geschenke zu erhalten, die nicht für eine(n) allein waren, sondern für uns alle gemeinsam.







Sogar ein Buch über die Mona Lisa war dabei. Denn wir wollen in der nächsten Woche die Ausstellung über Leonardo da Vinci besuchen, die es derzeit in Berlin gibt. Ab morgen muss aus dem Buch  vorgelesen werden, damit wir gut eingestimmt sind.

Ausstellung Leonardo da Vinci Berlin  

Aber einzelne Kinder bereiten sich schon selbst vor. Heute lag auf dem Platz einer Schülerin dieses Buch:






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Vieles musste während der Weihnachtsferien weggeräumt werden, damit Platz war für das Neue, das noch kommt. Die Herbstbilder, die  Reste der 873 Kastanien, die da noch lagen....

In der Mitte der Klasse steht jetzt ein runder Tisch, der in Kästen alle Arbeitsblätter aufnimmt, die für die Wochenarbeiten wichtig sind.





Es war wichtig, heute früh sehr zeitig dazusein, um den Run auf den Fotokopierer zu gewinnen. Montags in der Frühe wollen alle ihre Wochenpläne und Arbeitsblätter kopieren und kommst Du nur zehn Minuten zu spät, wartest Du eine halbe Stunde oder kannst es gleich ganz aufgeben. Doch das gelang. Minna war als erste da und konnte alles in Ruhe       kopieren.

Dann kamen die Kinder. Sie wirkten ausgeruht und guter Dinge. Was erzählten sie so?

Von Besuchen bei Oma und Opa, vom Skifahren, dass  das fünfte Heft des Leselehrgangs zu Hause beendet wurde, vom Aufenthalt auf einem Bauernhof mit vielen Tieren, hier gab es auch ein abgeschnittenes Kuhhorn zu bewundern.

Manche Kinder vertrieben sich die Zeit vor der Weihnachtsbescherung damit, sich Verbände anzulegen und humpelten dann zum Tannenbaum hin.. ;)

Jemand hatte ein Monopoly bekommen.
(Seltsam, unsere Briefe wurden gar nicht erwähnt, die wir verschickt hatten an die Eltern....)

Mert fragt: "Darf ich die Fische füttern?"

Dann frühstücken wir und führen uns in die neue Wochenarbeit ein, mit der wir auch beginnen.

Nach der Regenpause sind wir wieder Gäste in der Bibliothek. Charlotte hat ein schönes Buch für uns ausgesucht: 

Ein Mantel für den Wiedehopf

Bitte den Link anklicken, dann kann man mehr über das Buch lesen.







Ein Schaf und ein Wiedehopf sind befreundet und möchten sich nicht trennen, als der Winter kommt. Dem Wiedehopf ist kalt. Das Schaf strickt ihm einen Pullover aus seiner Wolle. Das hilft dem Wiedehopf aber nicht so ganz weiter, denn im Winter wird ihm auch sein Futter fehlen. "Was frisst denn so ein Wiedehopf?", fragt Carlotte. "Würmer", ist die Antwort. "Ja, und wo sind die Würmer im Winter?" - "Die haben sich verzogen", sagt Pavel. Also wird der Wiedehopf hungern. Es geht also nicht, die beiden müssen sich trennen. Der Wiedehopf hat vorher noch versucht, das Schaf zum Fliegen zu bringen, aber das war zum Scheitern verurteilt. So weiß das Schaf später, wenn es Federwolken sieht, dass Wiedehopf an es denkt und wenn Wiedehopf Schäfchenwolken sieht, weiß er, dass...

"Wir haben noch andere Möglichkeiten, uns Grüße zu schicken", meint Charlotte. 

Wir kommen aufs Briefeschreiben.

Vor den Weihnachtsferien haben wir den Eltern Briefe geschrieben mit guten Wünschn fürs Fest und fürs neue Jahr und einem Dankeschön für alles, was sie für uns tun.
Da gab es viel zu lernen:

Woraus besteht eine Adresse? Wer ist der Empfänger, wer der Absender? Wie schreibt man das richtig auf den Umschlag? Wie schreibt man das richtig und schön auf eine Karte?

Wie kommt der Brief zum Empfänger? Was soll die Briefmarke, wo kriegt man die?

Drei Tage haben wir daran gearbeitet. Dann waren die Briefe fertig und wir wanderten extra zum nächsten Briefkasten, schauten uns den genau an und warfen unsere Briefe ein.....




Es entspann sich nach dem Vorlesen ein Gespräch über die Post, die Postkutsche und das Horn als Zeichen der Post.
Vorher hatten wir noch die Begriffe "Zugvogel" und "Standvogel", "Körnerfresser" und "Insektenfresser" geklärt. 

Das war eine ergiebige Stunde gewesen! Eine schöne Geschichte, ein gutes Gespräch und die Klärung einiger Begriffe, Erweiterung des Umweltwissens und des Wortschatzes. Vielen Dank dafür an Charlotte!

Morgen werden wir etwas länger schriftlich arbeiten müssen. Die "Aufgabenfamilien" beim Rechnen klären und den Buchstaben/Laut J,j sichern und festigen.

Der Schultag war angenehm. Einige Kinder waren ein Stück größer geworden und wirkten erwachsener und reifer.

Nach der Arbeit schaute ich noch etwa zwei Stunden lang die Arbeitsmappen nach, schaffte aber nur 15 Mappen von 26, da hätte ich nochmal eineinhalb Stunden gesessen...

Eine Stunde vorher kopiert und vorbereitet, drei Stunden Unterricht und dann nochmal zwei Stunden Material ordnen und Arbeiten korrigieren. 

Gestern, am Sonntag, waren es vier Stunden Vorbereitung gewesen. 

Das Drumherum ist ganz schön aufwendig. Weiß nicht, wie andere das machen...

Diesen Blogpost habe ich aber ganz entspannt geschrieben: Beim Mittagessen im Café des

Betahaus  am Moritzplatz, dort gibt es WLAN und alles, was man braucht, um ein bisschen mit Arbeit abzuhängen. Sehr schönes Relais zwischen Arbeit und Zu Hause! Man kann sich verwöhnen, was Nettes essen und trinken und dabei arbeiten. 

Das hat Spaß gemacht!
Allen, die bis hierher gelesen haben, noch einen wunderschönen Tag!

Eure  Minna