Freitag, 28. Juni 2013

Nicht lesen! Dieser Text ist völlig uninteressant.

Heute ist Tag 9 meiner Schulferien! Die Tage bekommen Nummern, damit sie langsamer vorbeigehen.

Ich habe die Schule vorhin verlassen. Es geht mir gut. Verreisen möchte ich nicht groß. Mir kommt das touristische Reisen oft vor wie Kulissenabklappern, dafür habe ich kein Geld, möchte keines dafür ausgeben.

Lieber bin ich bewusst und mit offener Haltung dort, wo mir die Dinge etwas bedeuten. In der Schule. Zu Hause. Bei den Schafen. In Berlin. Und eine Woche im Juli im Hunsrück. Da bin ich geboren. Das muss ich ab und zu mal sehen.

Berlin ist wunderbar leer während der Schulferien. Man steht morgens früh am Straßenrand und es kommt ewig kein Auto. Es lärmt weniger. Die Linden duften nach Lindenblüten. Das sind meine Ferien, ich liebe sie!

Man darf langsam sein. Die eigene Wohnung genießen. Sie mit einem Ferienappartment tauschen? Nein, danke! Alles ist, wie es sein soll. Ich bin zufrieden.

"Meine" 6. Klasse habe ich abgegeben. Sie sind mental auf dem Weg in die Oberschule. Was wir so alles gemacht haben, womit wir uns gequält, worüber gefreut haben, das kann man hier noch nachlesen.

 Das Aquarium ist schon weg. Alles befindet sich in Auflösung. Staublungengefahr.

Nach den Ferien werde ich Lehrerin einer 1. klasse sein. Und ich muss umziehen. Zweimal sogar. Einmal den Klassenraum wechseln, dann noch die Wollwerkstatt.

Beides war mein eigener Wunsch. Auch, eine erste Klasse zu übernehmen. Ich wollte mich mal wieder fordern.

 Alles draußen aufgestapelt.

Noch einmal eine 3. bis 6. Klasse machen? Es wäre jetzt das fünfte Mal in Folge. Es gibt ja auch so etwas wie Bore-Out.

Ich hab eine Kollegin an der Schule. Sie ist Erzieherin. Sie wirkt auf mich sehr herzlich und lebendig und wir sind uns im letzten Jahr ganz oft einfach spontan in die Arme gefallen, wenn wir uns im Haus begegnet sind. Es ist ja nicht immer alles sooo schön. Da braucht man Orte und Menschen, die, na...Gutes Karma ausstrahlen. Wir waren füreinander die Sonnenscheinchen.

Darum habe ich sie gefragt, ob wir was zusammen machen. Das war nur in einer ersten Klasse möglich.  Nun bin ich sehr, sehr glücklich, dass sie sich für "uns" entschieden hat!  Hurra!!!


 
 Grüne Hölle im Vorraum. Mancher hat noch was dazugestellt wie z.B. eine Kollegin ihre Lieblingspflanze mit wunderschöner Blüte...


Die Schule brauchte noch ein Gespann für eine dritte erste Klasse. Wir haben also der Schule auch einen Gefallen getan, als wir uns zusammentaten. So kann ein neuer Kollege eine dritte Klasse übernehmen und wir sind dann bei den ganz Kleinen.


 
Tagelang eingepackt und Kartons beschriftet. Der Vorteil: Man hat alles einmal in der Hand gehabt und konnte sich entscheiden: Ablage oder Ausmisten. 

Die ganz Kleinen sind jetzt noch gänzer klein oder viel kleiner und jünger als früher: Es sind Fünfjährige dabei! OMG! Fünfjährige! Sie waren früher in den so genannten Vorklassen untergebracht und lernten, wie man Stifte hält und mit der Schere schneidet...

Ich seh mir Kinder auf der Straße an und denke: "Ach so, so groß sind sie also..." Als mir vorhin eine Kleine ein ganz strahlendes Lächeln zeigte, wurde mir ganz zuversichtlich, und ich dachte:"Das wird schon!" Immerhin kann ich mich auch noch erinnern, wie es mit unserem Sohn in der Zeit war, als er zwischen fünf und sechs Jahren alt war. Also: keine Angst!

Meine letzte erste Klasse begann im Jahr 2000. Wir hatten den Lehrgang "Lesen durch Schreiben", der gerade im "Spiegel" mit Recht verrissen wurde. Eine Fibel zu nehmen, war damals ganzganz Bäh! Ich hatte das auch nicht ausgesucht, es war einfach Zeitgeist, dass man Kreativität fördern wollte und so hantierten alle Kinder mehr oder weniger hilflos mit den Anlauttabellen herum.

Meine besten Erfolge hatte ich in grauen Vorzeiten in Reinickendorf mit der "Fu"-Fibel. Das durfte man später in Kreuzberg  in angesagterer Umgebung aber nicht laut sagen. 

Fu ruft Uta. Uta ruft Lora. Lora ruft Fu. 

Das ist etwas für die Kinder, die nicht mit Sprachbetrachtung zu Hause aufwachsen. Sie bekommen ein Geländer zum Dran-Festhalten...

Das war irgendwie von der anderen Seite her quasi halbfaschistisch, die Kinder so "abzurichten". 

Sie SOLLTEN KREATIV sein. Kaum fiel einem oder einer das Paradox auf, das in solchen Haltungen steckt: SEI FREI! 

So etwas kann nicht funktionieren.

Ich kannte damals den Lehrgang "Lesen durch Schreiben" nicht, aber heute habe ich genug Selbstbewusstsein, auszusprechen, dass solche Kreativdingsdas für Profkinders sicher wunderbar sind, aber dass es Kinder gibt, die mehr Stütze und Struktur brauchen, und die dürfen wir auch nicht allein lassen.

 
Copolymere Acryldispersionen als Bodenversiegelung. Was soll man sich bloß  darunter vorstellen? Das Zeug stinkt. Was ist da bloß drin?

Ich will das in meiner Klasse nicht auf dem Boden haben. Deshalb musste ich den neuen Raum  auch selbst putzen und werde dann mit einem Biozeugs den Boden pflegen. Immerhin hält man sich täglich stundenlang in den Räumen auf. Dann glänzt der Boden nicht so, aber ich habe ein wenig Kontrolle über das zurückgewonnen, was man da täglich einatmet.

Ich lese gerade ein Buch, um mich einzustimmen. Es zeigt den Forschungsstand über das Lesen aus neurologischer Sicht auf. Bevor es dann zu den näheren didaktischen Fragen geht....

Habe den alten Klassenraum vollständig ausgeräumt. *Hust* Der neue ist noch leer. Jetzt kommt eine ganz schwere Phase: Das Aussuchen der Farbe(n) für das Anmalen der Wände.

Ich werde Biofarben nehmen. Aber es ist schwer, die richtige Farbe zu finden. Davor ist mir etwas bange. Man kann so viel falsch machen. 

In der Schule bin ich auch allein damit. Niemand ist da. Als ich 1989 an diese Schule kam, saßen da immer in den Ferien ein paar Kolleginnen herum und werkelten, machten Pläne. Heute ist das anders. 

Da muss ich eben alleine durch. Mein altes Wandgrün war ja auch nicht so schlecht. Aber es soll einmal etwas Neues sein.

Doch jetzt ist erst einmal Wochenende!

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Mittwoch, 5. Juni 2013

Willkommen in der Serviceagentur Schule!

Also, ich habe mich heute krank gemeldet, und damit das klar ist: Ich bin auch krank. Ich würde es Erschöpfungserkältung nennen oder Irresein des Systems in meinen Körperbahnen, zu dem meine begrenzten Kräfte einfach nicht mehr in Übereinstimmung zu bringen sind.

Habe gerade eine unglaublich anstrengende, aber wundervolle und  lohnende Klassenfahrt hinter mir (über die ich noch berichten werde), die neben dem Unterricht vorher aufwendigst vorzubereiten war. Nun sind wir zurück, und die Zeugnisse fallen mir auf die Füße. Einen Durchgang Textzeugnisse, einen Notenzeugnisse.

Okay, das hätte ich jetzt noch geschafft, denke ich mal, irgendwie mit Selbsteinteilung und Strukturierung, mit langen Erholungsphasen zu Hause, damit ich im Arbeitsrhythmus bleibe.

Doch: Habe ich mal wieder einen Fehler gemacht?? Es ist wohl ein Fehler von mir, dass ich immer das Ganze der jeweiligen Schule sehen muss, an der ich gerade arbeite, und mich dann automatisch frage, was mein Beitrag dazu sein könnte, dass es da besser läuft. 
Aber auch wieder nicht, weil jetzt eine sehr schöne Aufgabe im nächsten Schuljahr auf mich wartet: Eine erste Klasse! :)))

Es gibt ja Leute, die achten immer zuerst auf ihre Kräfte, auf ihre Interessen, die sitzen in ihrem Eckchen, machen ihren Job, auch nicht so schlecht, meckern ab und zu aus ihrer sicheren Ecke und sind immer da. Ja, die gibt es. (Ich hätte auch zum fünften Mal mit einer 3. Klasse beginnen können....)

Wahrscheinlich sind diese Kollegen viel wertvoller für die Schule als so zerrissene Existenzen wie ich, die immer Sinnfragen stellen und sich über alles mögliche aufregen. Immerhin sind sie immer da und müssen Leute wie mich jetzt auch vertreten.

Tut mir Leid. Wirklich. Aber ich möchte so nicht sein. Ich brauch es immer etwas lebendiger. Deshalb bin ich auch immer so kaputt, weil den Restkram der obligaten Sachen, den muss ich ja zusätzlich auch machen. Meine "Kür" wird von der Schule nicht als so wichtig angesehen. Pech aber auch.

Wie kam das jetzt?

Meine Erkältung war vor der Klassenfahrt schon da. Tapfer führte ich meinen Unterricht fort - na ja, so niveauvoll war er nicht mehr, immerhin, ich war da - und in meinen privaten Stunden lag ich im Bett und kurierte mich aus. Ich DURFTE ja nicht wirklich zum falschen Zeitpunkt krank werden.

Für Selbständige ist das ein vertrautes Problem, und sie haben sicher viele Strategien, damit umzugehen. Die wichtigen Termine mit wichtigen Klienten, die Theaterpremiere, von der viele Andere abhängen, mein Gott, was ist dagegen schon eine popelige Klassenfahrt...

Aber ich wollte, dass sie stattfindet, und so hab ich meine ganzen Selbständigentechniken mobilisiert. 

Sie fand statt und meine Kinder haben die Westalpen mit eigenen Augen gesehen und sie mit eigenen Füßen ein wenig bewandert. Sie haben unterhalb der Watzmann-Ostwand die Firnfelder bewundert, aus einem klaren Bergbach getrunken ("Das schmeckt aber gut!"), die Füße hineingehalten, Steine hineingeworfen, sie sind mit dem Schiff über den Königssee gefahren (Der einzige See Deutschlands mit Trinkwasserqualität!), haben das berühmte Echo gehört, haben in einem Klettergarten in 6m Höhe ihre Grenzen ausgetestet, sind ins Salzbergwerk eingefahren und haben viel über das "weiße Gold", das Salz, das uns so selbstverständlich ist, erfahren.

Sie haben, bevor sie sich für immer trennen, noch einige Tage miteinander verbracht, in der Jugendherberge sympathische Leute kennengelernt und eine lange Zugfahrt von Berlin nach Berchtesgaden und zurück gemeinsam überstanden. Mit der Nordseefahrt nach Wyk auf Föhr vom letzten Jahr hat jede(r) ein Bild im Kopf von den beiden extremen Landschaften in Deutschland, die man kennen sollte, um zu wissen, wie schön dieses Land ist, das wir alle miteinander teilen, egal, wo wir oder unsere Eltern und Großeltern geboren sind.

Das war erfolgreich. Nun sind wir zurück. Nun muss ich diese Zeugnisse schreiben. Ich bin spät dran. Aber vorher ging es nicht. 

Sogar in den Osterferien ging es nicht. Ich brauchte damals die Erholung. Wer dieses Blog kennt, weiß, dass ich meine Arbeitszeit nach Jahresarbeitsstunden einteile. Ich leiste die Stunden, die jeder Arbeitnehmer mit 6 Wochen Ferien leistet. Ich habe 12. Und glaubt es mir, oder glaubt es mir nicht: Ich brauche sie. Damit ich mich aber nicht als eine Art Schmarotzer fühlen muss, rechne ich die Stunden der anderen 6 Wochen auf die 40 Arbeitswochen um und sorge, dass mindestens diese Stunden auch gearbeitet wurden.

So brauche ich mich vor niemandem zu schämen.

Im letzten Jahr waren es mindestens 150 Stunden mehr, mindestens, so viel habe ich mitgezählt. Oft vergesse ich es auch.

Das Problem bei unserer Art von Arbeitszeit ist, dass das "System" immer mehr draufpackt, egal, was schon geleistet wurde, und man muss selber pfeifen, wann Schluss ist.

Jetzt ist Schluss. Jetzt bin ich krank. Trotz der kiloweise Vitamine, der Ruhe ab 21 Uhr abends, des Verzichts auf alles, was kulturell sonst noch interessant gewesen wäre, weil es ja Zeit und Kräfte kostet, u.s.w.

Dabei habe ich eine 3/4-Stelle. Wenn ich eine ganze hätte, wäre ich schon tot.

Ich brauche immer, dass ich mich damit identifizieren kann, was ich mache. Es muss etwas mit mir zu tun haben. Nur dann ist es bei mir auch gut, was ich mache.

Das ist in Schule nicht leicht. Ich bin nämlich kein Handlanger eines gleichgültig gewordenen Staates, der unter der Maxime von "Effizienz"  und der Aufgabe von explizit formulierten Werten seinen Leuten immer mehr auflastet, auf dass sie sich möglichst effektiv aufzehren, möglichst früh nach Erreichen des Rentenalters zusammenbrechen und dann sozialverträglich ableben mögen...!

Ich bin jetzt im 38. Arbeitsjahr, habe mit 22 angefangen und immer gearbeitet. Zugegeben, die Welt hat sich seitdem sehr verändert, die Schule leider nicht und auch doch. Sie ist schlechter geworden, verlogener. Wenn man die Verlautbarungen anschaut, sieht es aus wie bei Hempels auf und wenn man dahinter schaut, wie bei Hempels unterm Sofa.

Soll heißen. Es ist denen egal, wie es wirklich ist, es soll nur hübsch ausschaun. So was bringt mich fast um. 

Sein oder Design, das ist die Frage. Die Schulverwaltung fühlt sich mehr als Designagentur.

Aber ich glaube, wirklich gutes Design hat auch etwas mit Funktion, Nachhaltigkeit und Wirklichkeit zu tun. Das hat die Schulverwaltung nur noch nicht begriffen. Und will es auch nicht. Es geht ja auch so.

TOPDOWN, he, das sind doch nur kleine Beamte. Die haben nichts zu sagen, die sollen nur funktionieren, so, wie wir das wollen, und nachdenken sollen die schon gar nicht. Für A12! Wir, die A15er und A16er, wir denken für die und wir schütten sie mit immer neuen Sachen zu, so dass sie nicht zum Nachdenken kommen.

Wo kämen wir da hin, wenn jeder kleine Lehrer anfangen würde nachzudenken? Dann können wir einpacken. Also, was könnten wir diesen kleinen Eseln denn noch aufbuckeln, so, kostenneutral, eben...? 

Selber schuld, wenn diese kleinen Indianer zu blöd waren, sich auf den Karriereweg zu machen, diese Nullen! 

Dass man Lehrer geblieben ist, weil man immer Lehrer sein wollte, ist bei denen im Kopf nicht drin... Bei ihnen gibt es nur "Indianer", das sind wir und "Häuptlinge", das sind sie. 

Ich weiß das, hatte auch mal ein "Karriereangebot", damals, als Personalrätin, es war so zum Kotzen, ich habe dann die Brocken hingeworfen. Mein Verhältnis zur Politik generell war ruiniert: Nach außen, öffentlich, haben sie sich gestritten wie die Kesselflicker, die Behörde und die PRler, nach innen war selige Eintracht und eine Hand wusch die andere. 

Werte gab es nicht, es mussten nur immer irgendwelche Kühe vom Eis geholt werden. Es war einfach wirklich nur zum Kotzen. Ich bin dann da mit einem Paukenschlag raus, hab ihnen die Meinung gesagt und weg. 

Seitdem bin ich ein einfaches glückliches Lehrereselchen, wenn man mich lässt.

Also mir wurde jetzt gestern ein 0. Elternabend aufgebuckelt. Dass eine Null davorsteht, zeigt ja auch schon etwas an. Früher begann der 1. Elternabend während des Schuljahres. Heute schon während des vorigen. Vielleicht haben wir irgendwann mal den -6. Elternabend und alles beginnt schon in der Mitte des vorvorigen Schuljahres, weil...die Nachbarschule mit dem -4. beginnt...

Soll heißen, ich muss jetzt zusätzlich zu den bekloppten Zeugnissen mit (wahrscheinlich netten) Eltern, mit denen die Arbeit erst im nächsten Schuljahr beginnt, schon nächste Woche in diesem Schuljahr einen Elternabend abhalten.

Ordre du Mufti, zeitgemäß formuliert: "Wir haben das mal so beschlossen.." Wir? Wer ist "Wir"? Ich habe das nie beschlossen.

Willkommen in der Serviceagentur Schule! Wir zeigen uns allen Interessen dienlich, nur, um in der Konkurrenz bestehen zu können. Hail, Neoliberalism!!

P.S. Nachdenken IST effektive (Krankheits-)Therapie!


Donnerstag, 25. April 2013

Hilfe, Projektwoche, und was nun?

Es war eine Projektwoche angesagt - oh, was tun? Die Klassenfahrt drückt, die Griechen müssen noch "durchgenommen" werden, die ganze Grammatik wiederholt - ehhh! Klassenarbeiten!

Und jetzt diese Woche??? Doch es entwickelte sich ganz gut. Zwei Säcke der neuen Wolle 2013 genommen, die von Pony und Alma, in den Klassenraum gestellt, die Kardiermaschine dazu und etliche der Utensilien, die man zum Filzen braucht.

Projektwoche, o.k., wir machen mal Gleitzeit: Um halb 9 muss jeder da sein, kann aber auch zu 8 Uhr kommen. Wichtige Stimmen sagen ohnehin, die Schule sollte erst um 9 beginnen. Durch die Sommerzeit ist's um 8 ja auch erst 7.
Hier wird niemand gefragt. Ich genehmige uns das. Bin selbst natürlich zu 8 Uhr da.
Aber es geht dann gemächlicher los, und gemächlich, das ist voll meine Geschwindigkeit....

Wir filzen Handytaschen und Bälle für die Katzen im Berliner Tierheim. Dann gehen wir da hin und schenken die den Katzen. Frau Pollack wird uns sicher führen. Sie ist die Tierschutzpädagogin dort und meinte einmal, die Katzen würden sich sicher über gefilzte Spielbällchen freuen...Endlich setzen wir diese  fulminant gute Idee einmal um.



So sah es heute früh aus. Viele Handytaschen-Rohlinge lagen da. Einige waren noch nicht fertig.



Mesut fängt noch eine zweite Handyhülle an. "Darf ich nochmal?", fragt er: "Ich kann es schon."



  
Andere filzen Bällchen. "Ich habe heute sechs Stück gemacht", sagt Selena. Für eines braucht man, wenn man versiert ist und fleißig, etwa 20 Minuten.




Uiuiui, Peter, das Apple-Symbol hast Du ja sehr kunstvoll da raufgestichelt! Warum hat Apple eigentlich diesen angebissenen Apfel als Logo genommen??? Könnte man versuchen, sich zu beantworten, die Frage. Das Symbol hat ja auch einen ganz schönen Schub in sich. Wenn aber die Produkte nicht so toll wären, würde das auch nichts bringen. Beides muss zusammenkommen.







Die Tasche ist dünn und fest gefilzt. Peter, Du bist eben der Könner, was die handwerklichen und künstlerischen Sachen angeht!




Jetzt kommt oben das Gummi rein, das es ein wenig zuhält, aber, wenn es klingelt, will man das Handy trotzdem blitzschnell in der Hand haben...





Fleißiges "Bulettendrehen.."




Rimas ist extrem sorgfältig und es entwickelt sich etwas sehr Schönes!




Immer wieder, immer, immer wieder Wolle kämmen! Man verbraucht Unmengen davon. Ein Glück, dass wir so viel davon haben! Mehr, als wir je verbrauchen können. Fettwolle, sie riecht, aber wenn sie durch das Seifenlaugenbad hindurch ist, ist sie ganz sauber. Und sie ist von frohen Tieren. Jeder normale Wollpulli ist das nicht und deshalb möchten die meisten Leute das alles gar nicht so genau wissen...
Selbst Ali, der die ganzen Tage gewaschene Wolle zum Verarbeiten haben musste, weil er sich so ekelte, sagt: "Jetzt kann ich mit der Wolle auch."





Mesut spritzt Seifenlauge mit dem Wäschesprenger auf sein Werkstück. Er macht das ganz gut. Das ist nämlich ein langwieriger Vorgang mit vielen kleinen Schritten. 

Am Ende ist dann  die Handytasche fertig. Diese hier ist Selenas. Das Handy ist aus Papier, auf dem Fotokopierer gemacht.


 


Immer wieder schön, am Ende sich als Urheber neu entstandener Produkte zu sehen, die vorher nicht in der Welt gewesen waren....


 

  : ))

Und, he! Bastian ist nach drei Monaten wieder da! "Ich hab den Klinikrekord gebrochen", sagt er. "Der Rekord stand auf 17,3 Kilo. Ich hab aber 19,8 abgenommen!"


Dienstag, 23. April 2013

Scheriis Besuch in der Gemäldegalerie (18.4.13)

In der Gemäldegalerie waren wir zuerst bei einem Bild, das wir schon am Computer im Kunstunterricht angesehen haben. Dieses Bild wurde von Hans Holbein gemalt, ich weiß nicht, wie das Bild heißt, aber ich weiß, dass der Mann, der auf dem Foto ist, Georg Gisze (gesprochen Gieschee) heißt.



Er war sehr erfolgreich. Ihr kennt ja die Frisur "Bob", früher hieß sie anders, ich weiß aber nicht mehr, wie sie hieß.
Also, wie gesagt, Georg Gisze sah auf dem Bild sehr traurig aus. Er hatte sogar eine Bob-Frisur.

So, jetzt hab ich eine Menge über Georg Gisze geschrieben. Also, wir sind weiter gegangen und haben uns noch ein paar Gemälde angesehen.

Ich hab sogar gehört, dass früher ein weißes Gesicht schön war, und wenn man so nachdenkt: In dieser Zeit tun wir alles, um braun zu sein.
Es ist echt erstaunlich, was so von früher bis jetzt sich geändert hat.

Text: Scherii 

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Montag, 22. April 2013

Ali in der Gemäldegalerie

Könnte mir vorstellen, dass jemand Alis Text zum Besuch der Gemäldegalerie mag.
Hier ist er:

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Wir waren in der Kunstgalerie. Wir hatten eine Führung. Sie heißt Sabine. Sie war nett. Sie hat uns gefragt: "Wo wollen wir hingehn, zu den Italienern oder zu den Deutschen?"

Wir haben gesagt: "Die Italiener!" Dann hat Sabine gesagt, wir gehen zu den Deutschen.

Dann sind wir zu einem Bild gegangen.



Er sah erschöpft aus.
Er war zuerst in Polen, und dann ist er nach London mit der Postkutsche gefahren. Da wollte er lernen, wie er ein guter Händler wird. Er war drei Jahre da.

Auf dem Bild war eine Waage. Da war ein türkischer Teppich, der war sehr teuer. Er hatte einen Brief von seinem Bruder. Er hat den aufgemacht. Er hatte noch einen Dolch, mit dem er sich verteidigt hat. Er hat einen Mantel an ohne Ärmel, er konnte den ganz schnell ausziehen. Er hatte einen Hut, der Hut heißt jetzt Kunsthut. Das ist ein Portrait. Da war eine Vase. Eine schöne Vase. Da war eine Nelke drin. Daran wusste man, dass er verlobt war.

Vielleicht wollte er seiner Freundin, dass sie wieder an ihn denkt. Aber bis das Bild da ist, sind schon Wochen vergangen.
Er hat rote Haare. Das war früher modern, aber jetzt nicht mehr.


Dann sind wir zu einem anderen Bild gegangen. Sie sah gut aus. Sie hat blonde Haare.



Sie war blass. Sie hat ihre Haare in die Sonne gelegt und ein Tuch über ihren Kopf gelegt, damit sie nicht braun wird. Damals war es hässlich, wenn man braun war. Sie hat vielen Männern den Kopf verdreht. Sie hatte rote Wangen. Sie ist früh gestorben, mit sechzehn gestorben. Sie hatte eine Krankheit, die weiß ich nicht mehr. Sie hat in ihr Gesicht Puder gelegt, damit sie so heller wird.

Jetzt kommen wir zu dem dritten Gemälde. Da war ein richtig reicher Mann. Er wird getötet.




Sein Bruder hat einen Maler geholt, damit er ihn malt. Aber er war schon tot. Er hat seine  Augen zugemacht. Eigentlich macht man die Augen auf. Er hatte lange Haare. Er hatte was Blaues an. Der Maler musste drei Mal das Bild malen, aber es ist schwer. Er hat ein Glas genommen und hat es auf das Bild gelegt und hat es dann  abgemalt.

Und wir sind dann zu dem letzten Bild gegangen.

Da waren drauf zwei Mädchen und ein Mann. Der Mann war ein Maler, seine Tochter auch. Immer, wenn der Mann malt, hat er seine Tochter gefragt. Auf dem Bild war auch eine Leinwand, wo man malt. Der Mann hatte auch eine Perücke auf, die war lockig. Er hat viele Pinsel. Er hat auch einen langen Stock und er hat noch eine Brille. Die zwei Töchter hatten graue Haare. Die waren nicht alt, sie hatten ihre Haare gefärbt. Das war früher modern. Das ist es heute nicht mehr. Die standen wie ein Dreieck. Da war ein Hund auf dem Bild.







Dann sind wir in einen großen Raum gegangen, da war so was Fünfeck, Siebeneck, Neuneck da.


 

Da drin war Wasser. Wir haben uns alle hingesetzt. Dann haben wir geklatscht.

Für mich war das Museum langweilig.
Dann sind wir in die Schule gefahren.

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Donnerstag, 18. April 2013

Was guckst du? Besuch der Gemäldegalerie

Am Wochenende musste ich einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren, zwei Mal acht Stunden. Das war sehr langwierig, anstrengend, aber lohnend gewesen.
Dafür hatte ich am Montag frei. Am Dienstag bummelte ich Überstunden ab und fuhr zu den Schafen.
Sie waren geschoren worden und die Frühlingsernte lagerte in der Schäferei in 17 Säcken.
Ich hatte den Ehrgeiz, alle in mein Auto hineinzustopfen, und es gelang!
   


Alles drin. Nun kann ich nur noch mit den Seitenspiegeln fahren. Der Blick nach hinten ist verstellt.


Aber es gelang. Ich kam heil an. Am nächsten Tag holten wir die Säcke raus und brachten sie in den Wollraum.



Dort wurden sie gewogen. Manche Schafe hatten fünf Kilo Wolle am Leib gehabt!
 


Das ist unsre Federwaage für Kilogewichte. Wir messen damit öfter mal das Gewicht der Schultaschen und - sie wiegen meist zu viel.



Die Kinder wogen die Säcke mit der Wolle und - es waren in der Summe 63 Kilo! Wir waren alle erstaunt. Über die Schäfchen - die besuchte ich natürlich auch am Dienstag - schreibe ich ein anderes Mal.

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Ja, und heute war Frau Schenke da mit Koko: Zum allerletzten Mal in sechs Grundschuljahren gab es die Zahnprophylaxe....


Zuerst putzten wir, wie immer, die Zähne, und Koko zeigte uns, wie es geht: Im KAI-Verfahren: Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen.

 Dann gab es ein Quiz mit dem Gelernten der letzten Jahre.

Und zum Schluss spritzte Koko wieder aus dem Mund herum. Früher hat er jedem Kind einen nassen, spritzenden Wasserkuss zum Abschied gegeben. Aber heute waren wir wohl schon zu groß dafür.



So spritzte er nur in der Gegend herum...und kam dann...in die Tasche...schnief!
Da saß er nun und es war das letzte Mal. Abschiedsstimmung.

Anschließend besuchten wir die Gemäldegalerie. Hier ein paar Fotoeindrücke, Texte dazu  gibt es dann dieser Tage! Es ist ja auch viel interessanter, wenn die Schüler etwas dazu schreiben.


 Im Sony-Center


 Angekommen.


 Unter der großen Kuppel im Eingangsbereich.


 



Nun zu den einzelnen Bildern, die Frau G., die uns  führte, ausgesucht hatte:

 
 

 Erstes Bild:Der Kaufmann in London
von Hans Holbein d.J.

 

Lange unterhalten wir uns über dieses Bild.

 Botticelli: Die schöne Simonetta.



Der wunderschöne, meditative Innenbereich.



 Antoine Pesne, er liegt bei uns an der Schule auf dem Friedhof begraben.


 Détail: Kleines, geliebtes Wesen.



 Was guckst Du??



Na denn, bis morgen!